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was Diodor von der Lebensweiſe der alten Aegypter, vom Kö⸗ nige bis zu dem niedrigſten Viehhirten herab, erzaͤhlt; daher ſo vieles, wovon Herodotus— ein ungleich zuverlaͤſſigerer Ge⸗ waͤhrsmann— nicht das Geringſte weiß. In dieſe Klaſſe ge⸗ hoͤrt unter andern das Gericht uͤber die verſtorbenen Koͤ⸗ nige*; und in dieſelbe— wenigſtens nach meiner Ueberzeu⸗ gung— die privilegirte Diebszunft.
Wenn ich indeſſen die hiſtoriſche Wahrheir der Erzaͤhlung ablaͤugne, ſo ſoll dieß keinesweges ſo weit ausgedehnt werden, als ob alles bkos aus der Luft gegriffen ſey; nein, auch hier, wie bei den meiſten Erdichtungen, mag etwas Wahres zum Grunde liegen, worin die Veranlaſſung der Fiction, der er⸗ ſte Stoff derſelben**, zu ſuchen iſt. Und eben dieſer Grund⸗ ſatz war es, von welchem der geiſtvolle de Pauw*s ausging, als er uͤber das Raͤuberhandwerk in dem alten Aegypten eine Hy⸗ potheſe aufſtellte, vor der alle Schwierigkeiten****f auf einmal ſchwinden. Sie folgt hier mit den eignen Worten des Ver⸗ faſſers, doch nur nach der deutſchen Ueberſetzung.
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* S. die muſterhafte Abhandlung von Beyne: De indicio, quod de- functis Aegyptiorum regibus ſubeundum erat, Opuſc. Academ. Vol. IJ, p. 135. fqd.
*r Beyne am a. O. p. 149: Nihil, niſi Mod veriſimile eſſet, men- tiri, nec fingere potuere tanquam inſtituta populi, ſi nihil vn- quam fuiſſet, SnoA fidem faceret; enimuero quae in ſimili ar- Famenc fingi folent, attemperata fere ſunt populari opinioni,
eflexa a vero, immutata, aucta, fundo tamen aliquo, ſeu cau- ſa, quae fingendi licentiam faceret, ſubnixa.
** Unterſuchungen uͤber die Aegypter ꝛc. Th. II, S. 31. ff.
rrer Darunter verſtehe ich beſonders den auffallenden Kontraſt des Geſetzes uͤber die Raͤuber, theils mit dem melancholiſchen, nur zu finſterem Ernſte geſtimten, Nationalcharakter der Aegypter, theils
mit der unerbittlichen Strenge, die ihre uͤbrigen Geſetze mege. amt


