4—
ja ſo deutlich durch ihre Aufſchrift zu erkennen geben. Wel⸗ che glaͤnzenden Ausſichten eroͤffnen ſich uns nicht in die Zu⸗ kunft, da man ſo eifrig bemuͤht iſt, ſchon fruͤhe die Kinder durch Lektuͤre zu bilden? Mit welchen Rieſenſchritten werden ſie nicht in reifern Jahren das Feld der Gelehrſamkeit durch⸗ eilen, da ſie ſchon mit dem erſten Erwachen des Verſtandes ſich ſelbſt belehren köͤnnen? Welche Stufe werden ſie nicht in der Weisheit und Tugend erglimmen, da ſie in ihrem zarten Alter ſchon die ganze Sittenlehre durch anmuthige Fabeln und Erzaͤhlungen gefaßt baben So wird unſtreitig der ausru⸗ ſen, welcher, ohne ſelbſt Eriieher zu ſeyn, die Titel der jede Meſſe zunehmenden Zahl von gendſchriften uͤberblickt; der erfahrne Lehrer zuckt bedenklich die Achſel, und weiß unter der uͤbergroſſen Menge dieſer Schriften kaum einige zu finden, die er ſeinen kleinen Zoͤglingen in die Haͤnde geben moͤchte. Je⸗ der glaubt ſich gewachſen, fuͤr Kinder zu ſchreiben; jeder, der nur einige Dichtungs⸗ oder Sammlungsgabe beſitzt, glaubt die⸗ ſe nicht beſſer, als zum Nutzen und Frommen der Jugend anwenden zu koͤnnen. Und doch iſt es ſo ſchwer, ſich in den jugendlichen Ideenkreiß zu verſetzen; ſo ſchwer, das Alter ge⸗ nau zu beftimmen, fuͤr welches dieſe oder jene Lektuͤre angemeſ⸗ ſen iſt. Deswegen ſind auch die meiſten Kinderſchriften ein ſolches Gemiſche von Leichtem und Schwerem, daß man ihnen mit Recht wenigſtens eine Stelle unter dem Zweckloſen anweiß⸗ ſen tann. Aber auch die geſchätzrern— vielleicht allgemein fuͤr
. nuͤtzlich


