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⸗ mehr ſich unſer Zeitaleer von der Wichtigkeit des Land⸗ baues uͤberzeuge, um ſo wichtiger muß auch in der va⸗ terlandiſchen Geſchichte die Frage werden: wem verdankt
Teutſchland ſeinen Landbau? In den aͤlteſten Zeiten finden
wir unſere Vorfahren als eine Nation, die blos fuͤr Krieg und
Jagd lebte, und die Geſchaͤfte des Landbaues für entehrend
anſah* Nur dunkle Spuren zeigen ſich in der Geſchichte,
daß ſeit der Einfuͤhrung des Chriſtenthums, und der Unter⸗ werfung Teutſchlands unter die fraͤnkiſche Oberherrſchaft eine große, heilſame Veraͤnderung in unſerm Baterlande begann, die unter der Regierung der fraͤntiſchen und ſächſiſchen Kaiſer fortging, und unter den ſchwaͤbiſchen, groͤßtentheils vollendet wurde. Seltener leſen wir nun in den Annalen und Chroni⸗
ken von Mangel und Hungersnoth; die ungehenren Heiden und
*) Tacit. German. c. 15. Quoties bella non inennt, multum venati- bus, plus per otium tranſigunt, dediti fomno ciboque. Fortiſ- nmus quisque ac bellicoſiffimus nihil agens, delegata domus& penatium& agrorum cura feminis, ſenibusque& infirmiſſimo
cuique ex familia, ipſi hebent.


