Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den Inhalt und Plan des 7ten Kapitels des Briefs Pauli an die Römer / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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A

1 7 den, oder wie ſich der Hang zum Boͤſen bey dieſen dem gött⸗ lichen Geſetze zuwider zeigte, und ſie, ungeachter der Erkennt⸗ niß ihrer Pflichten aus den moſniſchen Geſetzen, ſuͤndlich und ſtrafbar bleiben ließ. Durch die Suͤnde entſtund ſuͤr dieſe ein anderes dem goͤttlichen Geſetz, das durch die moſaiſche Religion geoffenbart war, ganz widerſtrebendes Geſetz, welches ſie bey allem Beyfall, den ſie dem göetlichen Geſetze geben mußten, doch immer in einem ungebeſſerten Zuſtande wie geſeſſelt hielt.

Dieſes iſt der Hauprſache nach der Inhalt von Vo 15-23. Ich enthalte mich dieſen umſtändlicher darzuſtellen, weil ich zu dem, was andere, inſondetheir Hr. D. Eckermann in ſei⸗ nen vorereflichen Bemerkungen uͤber den Grief au die Roͤmer g. a O. geſagt haben, nichts zuzuſetzen, oder etwas anderes,

als ſie zu ſagen weiß.

Nun fäͤhrt der Apoſtel, nachdem er ſchon am Ende des ſiebenten KapitelsGote gedankr hatte, daß Jeſus Lehre dazu beſtimme ſey, die ungebeſſerten Juden von dieſem verderblichen Zuſtande zu befreyen, im achten fort ganz kurz(beſonders Vs 3.) zu zeigen, daß das moſaiſche Geſetz zu ſchwach gewe⸗ ſen ſey, die fuͤndlichen Neigungen derer, welche die Inhaber deſſelben waren, zuruͤckzuhalten und die Ausuͤbung der Tugend bey ihnen hervorzubringen. Er will naͤmlich ſagen, die moſni⸗ che Religion hatre gegen die chriſtliche genommen, zu. wenig und zu ſchwache Triebſedern fuͤr das menſchliche Herz, als daß ſie daſſelbe fuͤr einen reinen Tugendſinn haͤtte veredeln koͤn⸗ nen. Hierdurch wird alſo, meiner Meinung nach, der zͤweyte Grund angegeben, warum ein Geſetz, das zur Beforderung der Heiligkeit ſo wohlthaͤtig gegeben war, doch ſo wenig fuͤr Recht⸗ ſchaffenheit und Tugend wirkre. Erſt durch das Evangelium, 45* ſagt