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bald ver werde ſeine Frau nicht mehr am Leben, oder ſeine Tochter krank finden. Andern geh' es nicht beſſer.“ Wer ſo denkt, dem wird kein Unfall unerwartet kommen; und was er anders findet, als er vermuthete, das kann er fuͤr baaren Gewinſt rechnen.
G. Es iſt doch zum Erſtaunen, Phaͤdria, wie weit ich mei⸗ nem Herrn uͤberſehe. Alles, was mich Widriges treffen kann, hab' ich zum voraus berechnet. Wenn mein Herr zu⸗ ruͤckkommt, weiß ich ſchon, wie mirs geht. Da muß ich Zeitlebens in der Muͤhle mahlen, bekomme taͤglich Schlaͤge, geh' in den Eiſen, muß Feldarbeit thun. Nichts von dem Allen wird mir unerwartet kommen; und was ich anders finde, als ich vermuthete, das kann ich fuͤr baaren Gewinſt rechnen. Aber was zoͤgern Sie, ſich an den Ehrenmann
zu machen und ihn huͤbſch freundlich zu empfangen?—
D.(indem er den Phäͤdria erblickt) Sieh! da kommt ja mei⸗
nes Bruders Sohn auf mich zu.
„. Willkommen, Herr Oncle.
Guten Tag. Aber wo iſt Antipho?
P, Ihre gluͤckliche Ankunſt...
D. Schon recht; beantworte mir erſt meine Frage.
P. Er iſt wohl; er iſt hier; aber fanden Sie Alles, wie es Ihnen recht war?
D. Ich wuͤnſchte es wohl.
P. Wie ſo?
D. Fragſt du, Phädria? Ihr habt, waͤhrend ich nicht da war, eine ſchoͤne Herrath geſtiftet.
P. Je! iſt es das, woruͤber Sie ungehalten auf ihn ſind?
G. Sieh mir den treflichen Acteur!
D. Was? ich ſollte nicht ungehalten auf ihn ſeyn? Kaͤm' er mir nur ſelbſt vor Augen, er ſollte mir's fuͤhlen, daß ſein
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