Aufsatz 
Probe einer neuen Übersetzung von Terenzens Lustspielen / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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D. So gut, wie dich., e...

G. Da fiel's den beiden Alten zu gleicher Zeit ein, zu verrei⸗ ſen; Jenem, nach Lemnus, Unſerm, nach Eilicien zu ei⸗

nem alten Gaſtfreunde. Der hatt' ihn durch Briefe, worm er ihm, ſo zu ſagen, goldne Berge verſprach, dahin

ggeelockt.

D. Ihn, der ſchon ſo uͤber und uͤber viel hatte?

G. Still davon! der iſt nun einmal ſo.

D. Hal ich ſollte ein groſer Herr ſeyn!

G. Die beiden Alten, wie ſie abreißten, ließen mich ihren Soͤhnen ſo gleichſam zum Hofmeiſter da.

D. Ach Geta, da haſt du ein ſchweres Ehrenamt uͤberkom⸗ men.(*)

G. Wohl wahr; ich weiß davon zu reden. Ja, ja, mein gu⸗ ter Daͤmon muß an jenem Tag' im Zorne von mir gewichen ſeyn. Anfangs hielt ich ihnen das Widerpart; allein... doch wozu die Umſtändlichkeit? Kurz, ich wollte die Treue gegen den Alten wahren, und buͤßte daruͤber beynahe meine geraden Glieder ein. Da dacht' ich denn auf einmal: wel⸗ cher Unſinn, gegen den Stachel zu lecken? Und ſo ſieng ich an, mich nach ihnen zu bequemen, ihnen in Allem zu Willen zu leben.

D. So muß man's anfangen, um guten Markt zu machen.

G. Ueber Unſern hatten wir anfangs nicht die geringſte Kla⸗ ge. Aber da der Phaͤdria traf ſogleich auf eine junge Harſen⸗

ſpielerin, in die er ſich ſterblich verliebte. Das Maͤdchen war in Dienſten bey dem aͤrgſten Filz von Kuppler, und er tonnte ihr nicht das Geringſte geben; dafuͤr hatten die Baͤ⸗ ter geſorgt. Es blieb ihm alfo weiter nichts uͤbrig, als ſeine Augen zu weiden, ihr nachzugehen, ſie in die Muſikſchu⸗

le,

(*) Ein antikes, dem Kanzleyſtyl abgeborgtes Wort! Aber gerade ſo

¹Eins ſchien der Ausdruck des Originals mir zu fordern.