4=.
Es hat nicht an Maͤnnern gefehlt, welche ſich der alten Sprachen, ſo wie ſie fuͤr Schulen beſtimmt ſind, auch wieder angenommen haben; doch duͤrften die von ihnen vorgebrachte Vertheidigungsgrunde manchen Feind des allgemeinen Unter⸗ richts in denſelben noch nicht befriedigen. Dieſe bezogen ſich meiſt darauf, daß alle unſere gelehrte Kenntniſſe nicht nur in ihrem erſten Grunde aus der alten Litteratur entſprungen ſeyen, ſondern auch noch itzt der groͤßte Theil derſelben auf ienem Grunde beruhe, und daß alſo uberall lateiniſche und griechiſche Worte und Begriffe demienigen nöthig waͤren, der in den mei⸗ ſten Theilen der Wiſſenſchaften fortkommen wollte. So ſehr dieſes nun auch ſeine Richtigkeit hat, ſo zweifle ich doch, ob es die Gegner des Studiums der alten Sprachen auf Schulen ie vöͤllig befriedigen werde. Immer werden ſie noch fortfahren, das Loos des gelehrten Standes zu beklagen, daß er der muͤh⸗ ſamen Erlernung der gelehrten Sprachen nicht entbehren koͤn⸗ ne, und ihr groͤßtes Misvergnuͤgen uͤber die dadurch entſtehen⸗ de Erſchwerung der Wiſſenſchaften, die doch ihrer Natur nach das Gewand der alten(itteratur nicht beduͤrfen, zu bezeigen. Immer wird man noch glauben Urſache zu haben, die Gelehr⸗ ten aufzufordern, ſie ſollen ſichs zur groͤßten Angelegenheit ma⸗ chen, die Wiſſenſchaften von dieſen Feſſeln zu befreyen, und al⸗ les was uns alte Litteratur noͤthig macht, es gehoͤre nun zum Inhalt der Wiſſenſchaften, oder zu der dermahligen Ein⸗ kleidung, ganz wegzuſchaffen. Ich glaube nun wobl nicht, daß dieſes bey manchen Wiſſenſchaften vor der Hand moͤglich oder auch nur rathſam iſt; aber ohne mich hierauf, woruͤber ſchon ſo vieles geſagt worden iſt, auch nur einigermaſſen einzulaſſen, wuͤnſchte ich, daß man ſich auch die Sache von einer ganz an⸗ dern Seite vorſtellen und die Erlernung der alten Sprachen auch aus einem anderweitigen Geſichtspunkt anſehen moͤgte, wobey vielleicht iene Klage wegfallen, und ein anderer groſſer
Nutzen, welchen die Gelehrſamkeit durch den gruͤndlichen un zweck⸗


