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ſein Herz eingegraben hätte; daß er darnach die Gruͤndlichkeit ſeines Lehrvortrages abmaͤße! In welchem Grade ich meinen Zuhörern Selbſtkenntniß i beibringe, und ſie zu aͤcht chriſt⸗ lichen Edelthaten hinſtimme, in dieſem Grade bin ich gemein⸗ nuͤtzig⸗gruͤndlich;“ welcher Lehrer ſo denkt, der wird den nichtigen Einwuͤrfen, den Scheingruͤnden und Vorurcheilen, die ſich der ſinnliche Menſch ſo oft und ſo gern zu Gunſt des Laſters und unausbleiblichem Schaden ſeines geiſtigen Ichs vor⸗ ſpiegelt, aus allen Kraͤften entgegen arbeiten.
Der Volkslehrer iſt keinesweges gruͤndlich, der im Wahnglauben ſtehet, damit genug zu thun, daß er auf den aͤuſſeren Gottesdienſt ſehe. Er iſt der Mann, der ſeiner Ge⸗ meine eine ungluͤckliche Binde vor die Angen häftet, die ihren Geſichtskreis in Sachen der Religion auſſerhalb der Kirche ver⸗ enget und ſie noͤthiger, im Finſtern zu tappen. Iſt es ſich zu verwundern, daß eine ſolche Gemeine es als hinlaͤngliches Kenn⸗ zeichen eines Chriſten ertraͤumt, wenn derſelbe die Kirche nur fleißig beſuche, und fleißig das Gedaͤchtnißmahl des Erloͤſers genieße?— herrliche, lobenswuͤrdige, noͤthige Handlungen; allein doch mehr, wenn es bloß hierbei bleibt, aͤuſſerliches Be⸗ kenntniß, als genug, das Weſen des Chriſtenthums zu vol⸗ lenden. Ich kann es nicht Hehl haben, daß ich wenigſtens manchen Predigern an ihrem Theil ſelbſt einige Schuld beimeſſe, wenn Chriſten ſich uͤberreden, das, was ſie auch waͤhrend ihres Le⸗ bens ihrem Hange zur Sinnlichkeit erlauben, auf dem Todesbette durch den Genuß des heiligen Abendmahls wieder gut machen, und
ihre Schuld dadurch bei Gort Lleichſam abtragen zu konnen. 8 4 8.— 8 e
i nLubber Pater« ſprach einſt Ludwig XIV zu dem beruͤhmten Biſchofe 1 rber Puler. 65 habe manche Redner in dieſer Kapelle(zu Verſailles) gehort; ſie haben mir ſehr gefallen; aber Sie— ſo oft ich Sie hoͤre, gehe ich unzufrieden mit mir ſelbſt aus der Kirche; denn ich lerne mich immer beſſer kennen.⸗


