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von S 57. 73. ihm eine eigne, ausfaͤhrliche und an den tiefſten Blicken in die Geſchichte und den Charakter der da⸗ maligen Römer uͤberhaupt ſehr reichhaltige Vertheidigung ge⸗ widmet hat. Ich darf wohl verſichern, daß ich dieſe trefliche Abhandlung im eigentlichen Verſtande ſtudirt habe, und dank⸗ bar geſtehe ich, daß ich ihr manche neue Einſicht und Beleh⸗ rung ſchuldig bin. Das Reſultat ſeiner Gruͤnde, die ieder am liebſten bey ihm ſelbſt nachleſen wird, traͤgt er S. 69. mit folgenden Worten vor.
„Immerhin mag die Moral gegen die Jugend des Sal⸗ luſt, gegen ſein oͤffentliches Betragen in der Republick, gegen die groſen Reichthuͤmer, die er durch Julius Caͤſars Gunſt in wenigen Jahren erworben, vieles einzuwenden haben. Ich ſage nicht, daß man ihn als ein Tugendbild aufſtellen ſoll; ich behaupte nur, daß es unrecht ſey, ihn ohne hinlaͤngliche Gruͤnde, auf bloſe Vermuthungen, und ſogar auf offenbare Paſquille hin, noch in unſern Zeiten zu einem Lotterbuben und Boͤſewicht zu machen. Wir wiſſen ſehr wenig von ſei⸗ nem Leben; laſſen wir es alſo dahin geſtellt ſeyn, und halten uns an das, was er uns hinterlaſſen hat. Er lebt für uns in ſeinen Werken; und in Ruͤckſicht auf die Nachwelt ſind Werke wie die Seinigen tugendhafte, verdienſtliche Hand⸗ lungen, und wahrlich von einem ganz andern Werthe, als die haͤußlichen Tugenden aller uns unbekannten guten Buͤrger von Minturnum, welche iemals lebten, Weiber nahmen, und ſtarben, wie unſtraͤflich auch ihr Lebenswandel geweſen ſeyn mag.„
Von ganzem Herzen und aus voller Ueberzeugung un⸗ terſchreibe ich dieſes Urtheil in allen ſeinen Theilen. Aber zu einigen einzelnen Saͤtzen der Abhandlung ſelbſt ſey es mir per —. gönnt


