Aufsatz 
Über die zweckmäßige Erlernung des Hebräischen auf niederen Schulen / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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iſt ſogar gut, wenn ganze Stunden zu wichtigen Gegenſtaͤn⸗ den der Grammatik angewandt werden. Der Lehrer muß aber von den beygebrachten grammatiſchen Bemerkungen recht ab⸗ ſichtlich ſchon in den naͤchſten Stunden bey dem geleſenen die Anwendung zeigen, wenn er den rechten Nutzen von ſeiner Muͤhe erwarten will. Auf dieſe Art muß man denn den Ler⸗ nenden nach und nach mit aueen Theilen der Grammatik,(von welcher ſchon ein guter Theil nach der vorgeſchlagenen Art beym Leſen kann gelernt worden ſeyn,) ſo wie ſie ſich auf ein⸗ ander gruͤnden, bekannt machen. Wer die Grammatik des Herrn Hofr. Hezels zum Grund legen will, muß beſonders auf die§. 13. in derſelben vorgetragenen Regeln, welche die Grundbaſis des ganzen ſind, beſtaͤndige Ruͤckſicht nehmen. Dieſe muͤßen daher dem Schüler auch zuerſt beygebracht wer⸗ den. Da die verſchiedene Veraͤnderung der Vokalzeichen dem aufmerkſamen Schuͤler ohnedem auffallen wird, ſo muß er bald mit den Geſetzen derſelben bekannt gemacht werden: ſie ſind ohnedem das intereſſanteſte und ſchwerſte der ganzen Sprach⸗ lehre, worauf viel Sorgfalt verwandt werden muß. Dieſes Stuͤck der Grammatik wird beſſer gefaßt werden, wenn von den Veraͤnderungen der Bokalzeichen der gehoͤrige Grund, welches meiſt gar ſchoͤn geſchehen kann, angegeben wird. Vor⸗ zuͤglich muß auf die ſogenannten einfachen und zuſammengeſetz⸗ ten Sylben und auf die veraͤnderte Lage des Tons Achtung gegeben werden, desgleichen auf die fpaͤtere Entſtehung der heutigen neun Vokalzeichen Ruͤckſicht genommen werden. Da naͤmlich vormahls, wie ſich aus guten Gruͤnden darthun laͤßt, nur drey Vokale von den Hebraͤern getoͤnt wurden, deren wohl einer mehreren den nach den abendläͤndiſchen gebildeten gleich lautete, ſo iſts kein Wunder, daß oft einer fuͤr den andern ſtehen kann. Dieſe Bemerkung kann manches begreif⸗ licher machen. au 7 In

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