Aufsatz 
Gedanken über den allgemeinen Nuzzen der Geographie und eine zweckmäßige Lehrmethode derselben auf Schulen / Franz Knoes
Entstehung
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nicht auf den Namen eines eigentlichen Gelehrten Anſpruch machen will: wie wohl kommt ihm die Erlernung der Geogra⸗ phie zu ſtatten! Fuͤr dieſe Art Leute ſollte man doch vornem⸗ lich auſ Gymnaſien Sorge tragen, daß auch ſie daſſelbe, mit den noͤthigen Wiſſenſchaften ausgeruͤſtet, verlieſſen. Iſt es aber eine ausgemachte Wahrheit, daß fuͤr dieſelbe in vorzuͤglichem Grade ſolche Kenntniſſe gehören, die in die Geſchäͤfte des ge⸗ meinen Lebens einflieſſen, ſo ſezze ich ohne Bedenken in dieſe Rubrik die Geographie weit oben an. Wahrlich, der Hand⸗ werker, der Kuͤnſtler werden einſt dem Dank wiſſen, bei dem ſie den ihnen unentbehrlichen, wenigſtens Elementar⸗Unterricht der Geographie eingeſogen haben. Wie aber, wenn ich ſogar des kuͤnftigen Raufmanns erwähne, der ſich einſt in die weite Welt wagt, wo ihn ſein Gewerbe auch hinruft; wie vortheil⸗ haft fuͤr dieſen, wenn er die Länder des Erdkreiſes mit einem Blik iberſide, wenn er jedes Landes vorzüglichſte Produkten kennt 3

Wer kann ſerner den ſtarken Einſtus des geographiſchen Studiums in die natuͤrliche Theologie verkennen? Die Groͤſ⸗ ſe und Eigenſchaften des Schoͤpfers zeigen ſich bei Betrachtung der Laͤnder und Völker im ſchönſten Lichte. Wenn wir ſehen, wie der Allvater eben dadurch, daß er das, was er der einen Nation verlieh, der andern verſagte, zwiſchen den Bewohnern der von einander entfernteſten Weltgegenden das engſte Band knuͤpfte, wenn wir ſehen, wie jede Nation, ſie ſei auch noch ſo arm, doch in ihrer Art zufrieden und gluͤklich lebe wie kein Volk in der weiten Gottes⸗Welt ſo verwildert ſei, unter dem man nicht eine redliche Seele antreffe, die es gut mit uns meine welches Dankgefühl gegen die göttliche Guͤ⸗ te wird dann in unſerer Bruſt auflodern und dergleichen, ich moͤchte ſagen, recht anſchauliche Empfindungen, wie wirkſam ſind ſie in des nicht Jählloſen Herz! 9 e⸗