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er 58te Pſalm redet von Richtern, deren Ungerech⸗
tigkeit und Bosheit auf das höchſte geſtiegen iſt, die
fuͤr das Land, worinn ſie die Gerechtigkeit verwalten,
die groͤßte Strafe ſind. Dieſe ſagt der Dichter, ſind immer darauf bedacht, wie ſie Schaden zu ſtiſten und Unglüt anzurichten im Stande ſein moͤgen, und ihre Bosheit hat ſich ſo tief in ihr Herz geſezt, daß ſie ganz taub gegen die Stimme der Gerechtigkeit und Billigkeit geworden ſind, und durch keme Gruͤnde von ihrem ungerechten und grauſamen Verfahren ab⸗ gebracht werden koͤnnen; eher laſſen ſich die wildeſten, unban⸗ digſten und ſchaͤdlichſten Thiere zaͤhmen, und die Kraft zu ſcha⸗ den nehmen, als dieſe Menſchen, die aller Beſſerung unfaͤbig geworden ſind. Aber er ſieht ſie ſchon im voraus das ſchrekt⸗ lichſte Ende nehmen. Er bittet Gott, ihnen das Vermögen Verderben anzurichten, ganz zu nehmen, und ſchon ſieht er ſie ploͤzlich alle Macht verlieren, wie ſie ſich vergebens bemü⸗ hen, den Rechtſchaffenen zu Grunde zu richten, ia wie ſie, ehe ſie noch recht ſchädlich geworden ſind, mitten unter An⸗ ſchlägen zum Verderben ihrer Mitmenſchen vertilgt werden; er ſieht ſchon zum voraus die Freude derer, die unter ihrem Drutte ſeufzen, und ſich izt auf einmahl von dieſen Wütri⸗ chen gerettet fuͤhlen, und hoͤrt das laute Bekennenis aller Ver⸗ ehrer des Jehovah, daß doch nur der gerechte und unſchuldi⸗ ge bis ans Ende gluͤkklich, und Gott der hoͤchſte Richter der Welt iſt, der die Bosheit verderbter Menſchen nicht zum gaͤnzlichen Ruin der Geſellſchaft ſteigen läͤßt, ſondern dieſe Uebel des Staats zur rechten Zeit ausrottet.
Die Gelegenheit zu dieſem Liede hat der Verfaſſer allerdings von ſeinen Zeiten hergenommen; allein was ſie ihm gegeben 2
hat,


