Aufsatz 
Über den wahren Wert des Lehrgedichtes / Christian Wilhelm Snell
Entstehung
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Dooch ich mus hier abbrechen. Indeſſen wollen wir das didaktiſche Gedicht immer fuͤr eine der wichtigſten und ſchaͤz⸗ barſten Dichtungsarten halten. Finden ſich in dieſem Fache Werke, welche nah an die Proſe graͤnzen, oder wohl gar un⸗ ter alle Wuͤrde der Poeſie herunter ſinken; ſo iſt dieſes nicht weniger das Schikſal aller uͤbrigen Dichtungsarten. Wer aber an ſich vortreſliche Produkte deswegen veraͤchtlich anſehen wollte, weil mancher unfruchtbare und ſeichte Kopf ſich erfrecht, ihren Nahmen uͤber ſeine elende Werke zu ſchreiben; der muͤſte es auch nicht fuͤr Ungerechtigkeit halten, einen Homer, oder Sophokles die poetiſchen Suͤnden aller erbaͤrmlichen Skriben⸗ ten buͤſen zu laſſen, welche ſich die Freiheit nehmen, die Mis⸗ Patten ihres Geiſtes Heldengedichte oder Trauerſpiele zu taufen.

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Als Redner werden folgende hofnungsvolle Jäͤnglinge am zwe⸗ ten Tage der Examensſeierlichkeiten auftretten:

Aus der erſten Klaſſe

1.) Mart. Henr. Georg Wieoner aus Gieſen, handelt in de Jluneinſſcen Abſchiedsrede von der ſchnellen Flucht der Zeit.

2.) Georg Fried. Schloſſer aus Gieſen, redet von der Hof⸗ nung.(franzoͤſiſch)

3.) Phil. Ludw. Chriſt. ies von Ilbeshauſen im Heſſen⸗ darmſtaͤdtiſchen, von dem Einflus der ſchoͤnen Wiſſenſchaſ⸗ ten auf das allgemeine Beſte. Clateiniſch)

4.) Rarl Ansh. Elwert aus Gieſen, ſchildert die Vergäng⸗ lichteit. Clateiniſch) 5.) Georg