Aufsatz 
Von der besten Methode die classischen Autoren Latiens der studirenden Jugend zu erklären / Johann Peter Steinhauer
Entstehung
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auf öffentliche Spaliergaͤngen hingebracht, und die mehreſte ihre maͤnnlichen Jahre in den weiten und wichtigen Geſchaͤften des Staats; die Wiſſenſchaften mit Erfahrungen, Natur mit Geſchmack, Freyheit mit Adel verbanden, denen die Groͤſe aller dieſer zu denkenden Sache auch groſe Gedanke, erhabenen Ge⸗ ſinnungen tief in die Seele druͤckte, und in ihre Rede eingos; ſolten ſolche Maͤnner nicht unſere Lehrer werden? Man hat immer eine ſolche Verfaſſung der Staaten gewuͤnſcht wo es Juͤnglingen erlaubt ſeye, mit groſen Koͤpfen frey umzugehen, um ihrer Denkungsart dadurch eine feſte Richtung zu geben, und ihren Geiſt durch die praktiſchen Bemerkungen dieſer Maͤn⸗ ner auſzuklaͤren. Dis iſt freylich bedingt unmoͤglich. Allein hier, hier in dieſen Werken, hier iſt jener gewuͤnſchte Umgang da, leicht und ſicher zu haben. Ich will alles kurz, und mit leb⸗ hafter Darſtellung durch ein Diſtichon eines deutſchen Dichters erleutern. Er ſagt Wozu kan ſich nicht die Politik entſchlieſſen! Sie wird ein Todenbein und Roms Pantoffel kuͤſſen.

Zachariaͤ Ich kann hier ſehr deutlich und mit Praͤciſion die Sachen: Politik, Todenbein, Roms⸗Pantoffel und ihn tuͤſſen erklä⸗ ren, und dieſes erweitert freylich die Kennrnis des Knabens, des Juͤnglings. Allein iſt dis nicht Schale? Soll ich die blos auftiſchen, und den Kern muthwillig zertretten? Iſt's nicht Pflicht, das Satiriſche in dieſer Stelle durch paſſende be⸗ greifliche Beyſpiele aus dem gemeinen Leben zu erleutern, und Juͤnglinge, die einmal Rollen auf der groſe Schaubuͤhne der Welt ſpielen ſollen, mit der Philoſophie der Welt bekannt zu machen? Dieſes nennen freylich einige, eine Bruͤhe uͤber die Autoren ausgieſen. Wenn man aber dieſe ſaftloſe Herrn, de⸗ nen das groſe Loos zu Theil geworden, den ganzen Tag leer Stroh zu dreſchen, und denn am Abend ſich zu freuen, g ie