Ueber
die Kirche des Abbé Chatel.
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Vorbemerkung. Die für das diesjährige Programm bestimmte Abhandlung hatte ich schon vollen- det, als mir eröffnet wurde, dass dieselbe in ihrem ganzen Umfange wegen mangelnder Fonds an dieser Stelle nicht abgedruckt werden könne. Eine neue Arbeit über einen anderen Gegenstand zu schreiben, gebrach es an Zeit. Es blieb mir nur übrig, aus dem schon vollendeten Aufsatze einzelne Abschnitte herauszuheben, den Haupttheil desselben aber, der wegen seines Inhalts(der Glaubenslehre) nicht zerstückelt werden durfte, für eine andere Gelegenheit aufzusparen. Das Vorliegende muss daher den Charakter des Unvollendeten an sich tragen, und wird manche strenge. aber nur scheinbar unmotivirte Urtheile in sich schliessen.
Gründung der Kirche.
Da Geschichte der französisch-katholischen Kirche umfasst bis jetzt einen sehr geringen Zeitraum, und beschränkt sich fast auf die Biographie dessen, der als Gründer dieser Kirche gilt, des Abbé Chatel.
Ferdinand-François Chatel ist am 9. Januar 1795 zu Gannat im De- partement Allier, von unbemittelten Eltern geboren. Er wurde früh zum geistlichen Stande bestimmt. Seine erste Bildung erhielt er auf dem kaiserlichen Lyceum und im kleinen Seminar zu Clermont-Ferrand(Puy-de-Dome). Im dortigen grossen Se- minar studirte er Theologie. Schon früh soll er, wie seine Biographen*) sagen, durch besondere Geschicklichkeit, schwierige philosophische Fragen zu behandeln, sich aus- gezeichnet haben. Nach beendeten Studien wurde er bald zu verschiedenen geist- lichen Würden befördert. Zunächst machte man ihn zum Vicar der Kathedrale von Moulins(Allier), dann zum Pfarrer in dem kleinen Städtchen Monétay-sur-Loire, bald darauf zum Feldprediger eines Linien-Infanterie-Regiments, und 1823 erhielt er eine gleiche Stellung bei einem Cavallerie-Regiment der königlichen Garde.
*) Eætrait de la Riographie des Hommes da Jour par Ml. Germain Sarrut et Satnt- Edme. Riographie de H. L Abbé Chatel. Deux.&dit. Paris 1837. Diese Biographie wird mit besonderer Genehmigung des Abbé Chatel verkauft und ist von ihm zu diesem Behuf gestempelt. Sie muss also als glaubwürdige Quelle angesehen werden.
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