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Latein(wöchentlich 7 St.) Aufsätze, Exercitien, Extemporalien, Cic. Tusc. II. III.(als Pri- vatlectüre die ersten Bücher des Livius.) Taciti Agricola, Horat. Od. I. II. Cic. de officiis I. II. Plauti Trinummus. Horat. Od. III. IV. und Ars pra- ctica.(Den stilistischen Unterricht und die Lectüre des Cicero leitete Prof. Selckmann. Tacit. und Plaut. las Prof. Benary, den Horaz der Director.)
Griechisch(wöchentlich 4 St.; erste griechische Classe.) Thucyd. VI. mit grammatischen Erläuterungen, Hom. Ilias XV. XVI.— Platon. Hom. Ilias XVII. XVIII. XIX. (Prof. Benary.)
Französisch(wöchentlich 3 St.) Schriftliche und mündliche Uebersetzung des Götz von Göthe ins Französische; nach der gedruckten Anleitung des Lehrers. Gelesen wurde Migret. II-=X.(Dr. Holzapfel.)
Deutsch(wöchentlich 2 St.) Literaturgeschichte, Disputationen, Aufsätze.(Prof. Krech.)
Englisch(wöchentlieh 2 St.) Shakespeare Tempest.— Julius Caesar, daneben mündli- che und schriftliche Uebersetzungen nach Fränkels Anthologie.(Dr. Fölsing.)
Hebräisch(wöchentlich 2 St.; erste hebr. Classe.) Auserlesene Stellen des Pentateuch, die Psalmen mit genauer Erklärung und schriftlicher lateinischer Interpretation. Nach Hantschkes Uebungsbuche wurden die Episteln aus dem Griechischen ins IHebräische übertragen.(Prof. Dr. Lommatzsch.)
Ueber den Unterricht im Zeichnen, Schreiben und Gesang s. die Bemerkung zu Untertertia.
Chronik des Real-Gymnasiums.
A. Vorgesetzte.
Das Real-Gymnasium betrauert mit allen höheren und niederen Bildungsanstalten der Monarchie den Tod des ausgezeichneten Mannes, der 22 Jahr hindurch als Königl. Staats- minister dem Unterrichtswesen vorstand und auf die zeitgemässe und kräftige Entwickelung desselben den bedeutendsten Einfluss ausgeübt hat. Sr. Excellenz der Freiherr Stein von Altenstein starb am 14ten Mai in seinem 70sten Lebensjahre. Echte Wissenschaftlich- keit, edle Humanität, rege Theilnahme an allen grossartigen Entwickelungen der Zeit bil- deten die hervorstechenden Charakterzüge des hochgestellten Staatsmannes. Was unter sei- ner Obhut für den Unterricht geschehen, trägt überall das Gepräge des ernsten Festhaltens an den bewährten Grundsätzen der Jugendbildung und des lebendigen Fortschreitens zum Besseren. Gleich weit entfernt der philanthropinischen Richtung, die das Lernen zum Spiel machen will, und dem Utilismus, der nach dem praktischen Nutzen die Wichtigkeit der Unterrichtsgegenstände abwägt, blieb er dem Grundsatze treu, dass die Kraft des Geistes nur durch Anstrengung geweckt werden könne und dass die durch stäte Ueberwindung der Schwierigkeiten gewonnene Ausbildung, in welcher Wissenschaft es auch sei, ihren Werth in sich selber trage und jene Sicherheit der Einsicht und des Charakters erzeuge, aus der ein tieferes Erfassen und Beherrschen der in dem künftigen Berufe jedem Einzelnen dargebo- tenen Verhältnisse hervorgeht. Dem Real-Gymnasium in seiner neuen Gestaltung hat der


