Aufsatz 
Festreden und Gedichte zur Erinnerung an das Jahr 1840 / E. F. August
Entstehung
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II. In Ober-Secunda. Sowohl im Sommer- als im Wintercursus werden wie dies für die Anfänger nöthig ist, um die stets wiederkehrenden mechanischen Manipula- tionen zu zeigen zuerst einige quantitative Analysen ausgeführt. Sodann wird die Dar- stellung verschiedener Präparate vorgenommen, namentlich der Säuren, Salze, Gase etc., welche theils im Unterrichte, theils in den Uebungsstunden verwendet werden.

In Hinsicht auf die technischen Fertigkeiten und den Gesang, deren Pensa im Folgenden nicht angegeben sind, ist hier noch zu bemerken.

a) In den Schreibstunden macht der Lehrer auf die einfachsten Formen, aus denen sich die einzelnen Schriftzeichen am leichtesten entwickeln, zuerst aufmerksam, und gewöhnt die Hand durch anhaltende Uebung in denselben an die richtige Lage und Führung. Des- halb sind auch in der untersten Classe 3 Stunden für diesen Unterricht anberaumt. Da nun hier die Fertigkeit der Schüler sehr bald auseinandergeht; so werden in jeder Classe die Ab- theilungen nach dem Ermessen des Lehrers gebildet und durch Vorlegeblätter, welche den Fortschritten der Schüler entsprechen, beschäftigt.

b) In den Zeichenstunden wird, einer früher erlassenen Vorschrift des Königl. Unterrichts-Ministerii gemäss, in den untern Classen mit freier Darstellung von Liuien und Umrissen, deren Lage und Richtung durch gegebene Punkte bestimmt ist, die Uebung der Schüler begonnen, und durch Nachbildung vorgegebener Musterblätter so weit geführt, dass in den oberen Classen die Zeichnung nach Gypsmodellen eintreten kann.

Die bei der Prüfung ausgelegten Schreib- und Zeichenbücher geben einige Proben der Leistungen unerer Schüler.

c) Für den Gesang sind die Schüler in vier Classen gebracht, welche gesonderten Unterricht erhalten. In der untersten Classe, an welche sich alle Quintaner anschliessen müssen, wird die Notenkenntniss und die Einübung der Tonleitern in einem halbjährigen Cursus vorgenommen. Die Schüler erreichen hier schon so viel Fertigkeit, um leichte Me- lodien auffassen und vortragen zu können. In der dritten Singeklasse wird diese Uebung

fortgesetzt und besonders der Choralgesang weiter ausgebildet, obwohl hier vorzugsweise nur die hohen Stimmen berücksichtigt werden können. Diese erlangen indessen hier dieje-

nige Vorbildung, dass sie unmittelbar in die erste Singeklasse übergehen können. In der zweiten Singeklasse werden die tiefen Stimmen ebentalls für die erste Classe vorbereitet, in welcher dann der vierstimmige Gesang fortdauernd geübt wird.