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harten Verlusten und Opfern das Königliche Paar von den Einwohnern der Haupt- stadt empfangen; als es nach schmerzlicher Trennung gegen Schlusse des Jahres 1809 aus Preussen zurückkehrte, wo ihm die östlichste Feste des Reichs als letzte und sichre Zuflucht vor den übermüthigen Feinden geblieben war. Die freudige Begrüssung, der sich Thränen der Rührung beimischten, bekundete, dass die Herzen des Volkes und des Fürsten unter dem Drange der Noth doch immer lebendig für einander geschla- gen hatten. Wie gross war bald darauf die Theilnahme des ganzen Landes an dem harten Verluste, den der Tod der geliebten Gattin dem Könige bereitete!
Aber am schönsten entfaltete sich diese Liche, als es der allgemeinen Anstrengung aller Preussen bedurfte, um das immer drückender werderdende Joch des fremden Herrschers abzuschütteln, als es galt, den Sinn des Königs zu errathen, während das Wort noch durch die Gewalt der Verhältnisse gebunden war. Mit welcher Begeisterung wurde der Aufruf,»An mein Volk« vernommen. Welche schöne ruhm- volle Zeit weckte dieser Königsruf! Wie blieb Friedrich Wilhelm seitdem der Mann des Volkes, der Mann Deutschlands! Wie diente das Vertrauen auf ihn, die Liebe zu ihm zur Aufrechthaltung des Friedens, dessen Segnungen uns schon ein Vierteljahrhundert erfreuen!
Dieses Vertrauen, diese Liebe dauert über das Grab hinaus! Tief ergriffen von Schmerz trauert Preussen um den Geliebten, aber es vertrauet auch fest den sichern Grundlagen, die Friedrich Wilhelm dem Gemeinwohl gegeben, es vertrauet auf Frie- drich Wilhelms Geist, der sich mit seinen Tugenden auf seinen erhabenen Sohn fort- erben wird. Friedrich Wilhelm der Dritte ist fortan der still im Gemüthe jedes Preussen fortwirkende Genius. Friedrich Wilhelm der Vierte der Leitstern seines Handelus und Wirkens.— Von Jugend auf Theilnehmer an den trüben und frohen Ereignissen, die das Familienleben seines erhabenen Vaters betrafen, Zeuge des männlich-festen Muthes, des lauteren Sinnes, der reifen Mässigung, der frommen Hingebung in den Willen des Höch- sten, ist auch er tief durchdrungen von dem Streben, sein Volk zu beglücken, und das Volk hat schon längst mit seiner Liebe zum Vater die Liebe zu dem Sohne verbin- den gelernt, der durch Kraft des Geistes, Vorzüge des Herzens, Liebe zur Kunst und Wissenschaft und zu allen edlen Bestrebungen der Menschen alle Gemüther ansprach und dadurch den Besorgnissen, welche das herannahende Alter des gelieb- ten Königs in jedem hervorrief, eine feste Zuversicht entgegenstellte.— Seine er- habene Gemahlin ist uns allen schon längst in ihrem wohlthätigen und Freude ver- breitenden Wirken ein theurer Ersatz für die unvergessne Louise gewesen. Mit freudiger Hoffnung blicken wir auf zu dem neuen Königspaar und erflehen für dasselbe den reichsten Segen des Himmels.
Erhöre, gnädiger Gott, das Gebet, das aus allen Herzen zu Dir empordringt. Du hast unser Gemüth durch tiefe Trauer gebeugt. Du hast aber auch unsern Schmerz durch hohe Tröstung gelindert. Der Verklärte ist nach langem dir geweih-


