Aufsatz 
Festreden und Gedichte zur Erinnerung an das Jahr 1840 / E. F. August
Entstehung
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heit der deutschen Staaten zu ziehen, als Joseph I. diese bedrohte; der deutsche Fürstenbund bezeichnet würdig das Ende seiner politischen Thätigkeit. So Frie- drich der Held, der Schützer seines Vaterlands und Volks, der Hort der deutschen Unabhängigkeit.

Nicht minder bedeutsam tritt er uns entgegen in den Werken des Frie- dens. Hier werden aber grosse Erfolge nicht in der Zeit weniger Stunden, wie auf dem Schlachtfelde, errungen; spät erst zeigen sich Segnungen; langsam ge- deiht die ausgeworfene Saat, nur nach Jahren zur Frucht reifend. Das Geräusch- lose des Wirkens erfordert jedoch nicht minder Schärfe der Auffassung und Einsicht wie der Krieg, ja in einem höhern Grade; denn wer kennt nicht die Mannigfaltig- keit der Interessen, die in der Verwaltung der Staaten ihre dringende Berücksichti- gung verlangen und nicht selten einander widerstreben? Wundern wir uns da- her nicht, wenn wir hierbei mehr als gewöhnlich und von der Seite derer, für welche die Anstrengungen gemacht werden, Widerspruch gewahren; er muss sicht-

bar werden und um so entschiedener, je tiefer das Innere des Staates und Volks-

lebens berührt wird. Bisweilen ist er gerecht; denn selbst bei der genauesten Kenntniss der Verhältnisse und Bezichungen des Landes und Volkes ist der Irr- thum möglich; immer aber bleibt der Frieden das eigentliche Feld der Regentengrösse. Nur hüten wir uns, das, was geleistet wird, immer nach dem Erfolge zu beurtheilen; nicht selten entscheidet der ursprüngliche Willen mehr. Wo finden wir nun bei Friedrich den Massstab der Beurtheilung? Er hat ihn uns selbst in seinen Werken und Bestrebungen an die Hand gegeben.

Nicht um der Regenten willen, so ungefähr lauten der Hauptsache nach die Ansichten, die er in seinem Antimacchiavell aufgesfellt hat, sind die Völker, sondern jene um dieser willen vorhanden. Die Könige sind die ersten Diener der Staaten und von jeder Verwendung ihrer Kräfte und ihrer Zeit Rechenschaft schuldig. Die Erfüllung dieses edlen Berufs ist die wesentliche Bedingung so wie der Sicherheit so auch des persönlichen Glücks des Regenten. Nichts kann diesen so glücklich machen, als das Bewusstsein, seine Pflichten möglichst vollkommen erfüllt zu haben. Nichts in der Welt vermag einen Staat blühend und mächtig zu machen, als wenn alle seine Glieder sich bei ihrem Eigenthum sicher und gegen jeden Druck geschützt wissen und in allen ihren Handlungen, die dem gemeinen Wohl nicht widersprechen, der unbeschränktesten Freiheit geniessen, wenn jeder Einzelne alle seine Rechte nach denselben allgemeinen Vorschriften geltend machen kann.

Dies waren also die Grundsätze, die der königliche Jüngling sich vorgezeich- net hatte, als er den Thron bestieg, in deren Befolgung er die wahren und einzigen Grundlagen des Wohlergehens des Staates erkannte. Ist er jemals von ihnen ge- wichen? Zeugniss der treuen Bewahrung legt das neu erworbene Schlesien, Zeug-