Aufsatz 
Die Vegetation in der Mark Brandenburg : ein Beitrag zur Pflanzen-Geographie / [Friedrich Wilhelm] Barentin
Entstehung
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Lässt man alle Unterschiede die weniger als 0, 5 betragen unberücksichtigt, so sieht man, dass mit zunehmender Wärme von Norden nach Süden in relativer Zahl

zunehmen: abnehmen: gleichbleiben:

Dikotyledonen Monokotyledonen Polygoneen Liliaceen Gramineen Chenopodien Euphorbien Cyperaceen Labiaten Rosaceen Junceen. Asperifolien Cruciferen. Umbelliferen

, Leguminosen

Ranunculaceen.

Für die Familien unter der dritten Columne sind also die zwischen Pommern der Mark und Baden statt findenden klimatischen Differenzen noch nicht bedeutend genug, um ihr Verhältniss gegen die übrigen Pflanzen in irgend einer Art abzuändern; die unter den beiden anderen Rubriken befindlichen Gruppen sind ganz in Ueber- einstimmung mit den schon oben gefundenen Reihen, nur die Rosaceen machen eine Ausnahme, und scheinen noch unter einem anderen von der Temperatur unabhängigen Einfluss zu stehen. Für die Mark ist es ferner eigenthümlich, dass Orchideen, Per- sonaten und Syngenesisten in einem geringeren Verhältniss zu den übrigen Phanero- gamen stehen als in Pommern und Baden, während bei den Amentaceen das Umgekehrte statt findet. Die Coniferen, welche sich nicht in obiger Tafel finden, verhalten sich durch die drei Gebiete ziemlich gleich.

IV. Blüthezeit.

Die Entfaltung der Blüthenknospen ist das Ergebniss der Einwirkung aller Elemente, welche zum Gedeihen der Pflanzen nothwendig sind. Zahlreiche auf mannichfaltige Weise abgeänderte Versuche haben dargethan, dass wo Wärme oder Feuchtigkeit oder nährender Humus fehlt, der Same im günstigsten Falle es nur zum Keimen und zur Entwicklung einiger Blätter bringt, eine Blüthenbildung der Pflanze aber nicht gelingt. Ja schon ein grösserer oder geringerer Mangel an Helligkeit hemmt bei lichtgewohnten Pflanzen die richtige Entwickelung und bringt verkümmerte pleiche Gebilde hervor. Es sind daher die Umstände, welche das Hervortreten von Blüthen möglich machen, besonders beachtenswerth, und auch schon viele schätzbare Beobachtungen hierüber bekannt geworden. Vor allen interessirt uns hier die Blüthenentfaltung in der jährlichen Periode, die bei derselben Species desto später erfolgt, je nördlicher ihr Standort ist, was nur eine durch die Gewächse ausgedrückte Wiederholung der bekannten Erfahrung ist, dass im Süden auf der nördlichen Halbkugel alle den Winter besiegende Kräfte früher erscheinen als im Norden.