Aufsatz 
Der Fuciner See / [Gustav] Kramer
Entstehung
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IV. Chronik des Real-Gymnasiums.

A. Allgemeines.

Wir danken zuächst der göttlichen Vorsehung die in diesem Schuljahre uns erhaltene ungestörte Wirksamkeit der Anstalt, indem die nächsten Vorgesetzten und die Lehrer der- selben sich rüstiger Gesundheit erfreuten und auch unter den Schülern kein durch den Tod herbeigeführter Verlust zu betrauern ist.

In dem weiteren Verbande der Anstalt vermissen wir seit Pfingsten v. J. den würdi- gen Director emeritus Valentin Heinrich Schmidt, der in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Junius nach kurzem Leiden in dem gesegneten Alter von 83 Jahren sanft und ruhig ver- schied. Die lange Thätigkeit des Verewigten an der Cöllnischen Schule, der bleibende Dank, den er sich durch unausgesetzt rege Theilnahme, thätige Unterstützung und Wohlthaten erwor- ben, machen es uns zur heiligen Pflicht, auch an dieser Stelle seiner in Liebe zu gedenken.

Valentin Heinrich Schmidt wurde zu Sechausen in der Altmark am II. März des Jahres 1756 geboren, verlor seinen Vater, der Bürgermeister des Orts war, sehr früh und wurde von dem Vormande auf die Schule des Klosters Unsrer lieben Frauen gebracht, von da ging er 1772 nach Klosterbergen und bezog 1775 die Universität Halle. Nach vollende- tem theologischen Triennium, gebildet unter Nösselt, Semler, Knapp, Thunmann, Schütz, Niemeyer, kam er zu Michaelis 1778 nach Berlin, um sich zu einer Feldpredigerstelle zu mel- den. Er wurde dem berühmten Probste Teller bekannt, der ihn aufforderte, die zweite Lehrerstelle an der Cöllnischen Schule zu übernehmen. Nicht ganz dem Vorschlage geneigt, fügte er sich in die Absicht des geehrten Gönners und trat nach bestandener Prüfung in das Schulamt ein, erhielt auch bald das Conrectorat und mit dem als Schriftsteller berühmten Moritz zugleich im Jahre 1782 die gemeinschaftliche Aufsicht über die Schule. Zwei Jahre später wurde ihm das Prorectorat unter Büschings Oberdirection allein übertragen. Im Jahre 1795 verlieh ihm das Departement des Cultus den Professortitel und er behielt unter Gedike und Bellermann die Aufsicht über diese mit dem Berlinischen Gymnasium ver- bundnen Schulklassen. Als im Jahre 1824 das Cöllnische Gymnasium mit dem Character eines Real-Gymnasiums wieder selbstständig gemacht wurde, erhielt er das Amt eines Mit- directors, welches er bis zu seiner Emeritirung am 7. October 1828 verwaltete. Bei dieser Gelegenheit wurde sein 50 jähriges Amtsjubiläum gefeiert. Se. Majestät der König zeichnete ihn durch huldreiche Verleihung des Ehrenzeichens erster Classe aus, und gewährte ihm acht Jahre später den rothen Adlerorden 3ter Classe mit der Schleife. Als Emeritus nahm er noch den wärmsten Antheil an dem Gedeihen der Anstalt, besuchte die Classen oft, erfreute und erheiterte die halbjährigen Conferenzen durch seine Gegenwart und schloss auch jeden neu eintretenden Lebrer in dies Interesse ein. Alljährlich findet sich sein Name unter den Wohlthätern des Real-Gymnasiums und im Jahre 1836 verzichtete er sogar für immer auf einen bedeutenden Theil seiner Pension zum Besten desselben. Der gelehrten Welt ist un- ser Schmidt durch viele historische Abhandlungen bekannt, die sich auf die Geschichte der Mark Brandenburg beziehen. Dahin gehören: Albrecht der Bär, Eroberer oder Erbe der