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Es wurde ſodann eine Deputation aus fünfzehn Perſonen ernannt, welche die Entſchließung der Bürger⸗ ſchaft dem Statthalter v. Boineburg auf das Schloß überbrachte. Der Kanzler nomine totius collegii ertheilte folgenden Beſcheid:„Sie vernehmen ſo viell auß vnßerem vor⸗ vndt anbringen, daß Bürgermeiſtere, Rath vndt gemeine bürgerſchafft der verſtandt deß fürſtlichen mandati nicht recht eingenommen, Ihre Fürſtl. G. will vndt meinung were nicht die Catholiſche religion abſchaffen vndt die gewißen zwingen zu laßen, ſondern es ſoltte iedem, waß ihme ſeinn gewißen dictirte glauben, vndt ginge die fürſtliche intention dahin, wie nemblichen das reine euangeliſche wortt Gottes ausgeprediget, vieler Chriſten Menſchen ihre vor dieſem von vorigen fürſten bezwungene gewißen, vndt gemüther erleuchtet, vndt ihnen Zu annehmung deß vorigen glaubens der wegk wider geöffnet, dan auch die Jugent Zu erlehrnung der freyen Künſten, mit vleiß angehaltten vndt alſo instituirt werden mögten, wie ſolches ihnen vndt dem Lieben Vatterlandt Zum beßern gedeyen, vndt außſchlagen könnte, hetten alſo Zu forderſt dem lieben Gott vndt dan auch vnßerm gnd. Fürſten vndt Herrn viell mehr vor die vorhabende reformation Zu dancken, alß vnß deroſelber zu beſchwehren, vndt darfür zu bitten, iedoch ließen ſie es woll geſchehen, daß bey J. F. G. wir ein ſolches ſchriefftlich oder mündtlich ſuchen mögten, ſoltten aber zuſehen, daß wir dadurch, vnß das werck nicht ſchwerer mächten, mann ſoltte es doch erſt verſuchen, welchen dan der Geyſt Gottes Zu annehmung der euangeliſcher religion nicht treiben würde, der ſoltte bey ſeiner glaubens bekandtniß bleiben, vndt wie vorge⸗ meldt mit keinem gewaltt daruon abzuſtehen gezwungen werden, ſo ſoltten auch vnßere Geyſtlichen bey ihrem off⸗ entlichen exercitio, wie bißhero geſchehen vnperturbirt verbleiben, vndt von ihren predigern vff die Sonn⸗ vndt ihre gebottene Feſt⸗ vndt Feyertägk, nach gehalttenem Ampt der Meeß, die predig in der pfarrkirchen, wie an andern ortten vndt in vornehmen Städten es mehr gebreuchlich gehaltten werden.“
In Folge der für die Kaiſerlichen Waffen glücklichen Schlacht bei Nördlingen(1634), kehrte unter dem Schutze derſelben der Abt Adolf von Hoheneck nach Fulda zurück, ſtarb jedoch ſchon am 15. Februar 1635 zu Hammelburg. Das Volk in Fulda erhob ſich, die kleine, neu gebildete evangeliſche Gemeinde, ihr Prediger Johann Wilhelmi an der Spitze, mußte die Flucht ergreifen; aber auch unter dem nachfolgenden Abte Her⸗ mann Georg von Neuhof brachen noch mannigfach zerſtörend die Wellen des großen Krieges über die Grenzen des Fürſtenthums herein; auch dieſer Abt führte ein ruheloſes, mühevolles Leben, flüchtig umherirrend bis an ſeinen Tod und erſt ſein Nachfolger, Joachim von Gravenegg, vermochte in der noch jetzt am Frau⸗ enberge über die Kronen der Bäume hervorragenden Friedensſäule das Denkmal und den Schlußſtein einer gewaltig gährenden Zeit der Fuldaiſchen und Deutſchen Geſchichte zu ſetzen.
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