Aufsatz 
Der Schulgarten des Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen / von [Rudolf] Erb
Entstehung
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V IV. Betrachtung der in der Umgegend von Gießen vorkommenden wichtigſten Familien phanrogamer Pflanzen an einzelnen typiſchen Vertretern. In V iſt mit möglichſt großblütigen Exem⸗ plaren zu beginnen. Ueberhaupt müſſen die leichter verſtändlichen Objekte den unteren, die ſchwereren den oberen Stufen zugeteilt werden. So iſt es beſſer, die Betrachtung der Compoſiten nach IV und nicht nach V zu verlegen, ebenſo die der Gramineen nach UIII nicht nach IV. In den letzten Unterrichtsſtunden werden in den Klaſſen bei der Repetition die durchgenommenen Pflanzen nach ihren gemeinſamen Merkmalen zu Familien zuſammengefaßt.

U III. Fortſetzung der Betrachtung der Phanrogamen, dabei die ſchwieriger aufzufaſſenden Familien bevorzugend. Einordnung der Familien in das Syſtem von Linné.

Beginn der Beſtimmung von Pflanzen nach dieſem Syſtem mit Hülfe einer Flora.

0 III. Die wichtigſten Kryptogamen. Fortſetzung der Beſtimmungen nach der Flora. Das Wichtigſte aus der Pflanzenphyſiologie und Anatomie.

Die Aufzählung der einzelnen durchzunehmenden Pflanzen iſt Sache der Lehrpläne und unter⸗ bleibt deshalb hier. Die Wahl der Pflanzen wird ſo getroffen, daß zunächſt die Pflanzen in der Umgebung der menſchlichen Wohnung in den Kreis der Betrachtung gezogen werden, um dem Schüler eine ſtetige Beobachtung zu ermöglichen. Von hier aus ſchreitet die Beobachtung in immer weiteren Kreiſen fort. Auf den oberſten Stufen, auf denen ein genügendes Material angeſammelt iſt und die Sinne ſowie die Auffaſſungsgabe die nötige Schärfe erreicht haben, wird die Betrachtung in Lebens⸗ gemeinſchaften als Konzentration bevorzugt.

b. Zoologie.

Das in Bezug auf die Botanik Geſagte gilt auch hier. Der erſte Unterricht umfaßt die Tiere der nächſten Umgebung des Kindes.

VI. Katze, Hund, Maus, Goldfiſch, Pferd, Rind, Ziege, Schwein, Huhn, Gans, Taube, Sperling, Schwalbe, Storch, Eule, Biene, Maulwurf, Igel, Haſe, Froſch, Eidechſe, Eichhorn, Reh, Sperber. Dieſe Tiere in einen Connex zu bringen, hält nicht ſchwer. Hauptſache bleibt, daß ſie der Beobachtung zugänglich ſind. Der Sommerunterricht und die Ausflüge müſſen hierauf ſchon Rückſicht nehmen. Die Begriffe Wirbeltier, wirbelloſes Tier, Säugetier, Vogel ꝛc. werden am Schluſſe heraus⸗ gearbeitet und die betreffenden Zuſammenſtellungen gemacht. Die Betrachtung der Biene geſtaltet ſich nicht ſo intenſiv, daß auch die Einrichtung der einzelnen Organe wie bei den anderen Tieren genau erläutert wird. Dies findet erſt in U III ſiatt.

V. Sänugetiere und Vögel der Heimat im Anſchluß an das Penſum der VI. Bei der Repe⸗ tition werden die dort gemachten Beobachtungen erweitert und vertieft.

IV.ͤ Reptilien, Amphibien und Fiſche.

U III. Wirbelloſe. Konzentration des Ganzen. Ueberſicht über das Tierreich. Beſtimmen nicht beſprochener Tiere in der Sammlung.

0 III. Lehre vom Menſchen. Vergleiche mit dem Bau der in den unteren Klaſſen beſprochenen Tiere. Berückſichtigung der Geſundheitspflege.