Aufsatz 
Das Englische auf dem Gymnasium / Julius Jelinek
Entstehung
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Lehrplan für das Schuljahr 1893/94.

A. Im Gymnasium.

Ober-Prima. Ordinarius: Professor Tar dy.*)

Religion: 2 Std. 1. Halbjahr: Wiederholung der Kirchengeschichte. 2. Halbjahr: Die wichtigsten Kapitel des Briefes an die Römer. In beiden Halbjahren: Glaubens- und Sittenlehre in Gestalt einer Erklärung der ArtikelXVI, XVIII und XX der Confessio Augustana nach voran- geschickter kurzer Einleitung über die 3 alten Symbole. Lehrbücher: Hollenberg, Hilfsbuch. Novum testamentum graece ed. Buttmann. Oberlehrer Dr. Tröger.

Deutsch: 3 Std. Sommer: Die berühmtesten Zeitgenossen Goethes und Schillers und die bedeutenderen neueren Dichter. Lesestoff: Prosastücke und Dichtungen nach dem Lesebuche im Anschluß an die Litteraturgeschichte. Zu Hause: Shakespeares Macbeth in der Übersetzung. Winter: Lebensbilder von Goethe und Schiller. Lesestoff: Prosastücke und Dichtungen nach dem Lesebuche im Anschluß an die Litteraturgeschichte. Zu Hause: Goethes Torquato Tasso. In beiden Halb- jahren: Vorträge zur Kontrolle des häuslichen Lesestoffs. Im Schuljahre 6 häusliche und wenigstens 2 Klassenaufsätze. Lehrbuch: Hopf und Paulsiek, Lesebuch für I. und II. Oberlehrer Dr. Tröger.

Themata zu den deutschen Aufsätzen: Sommer 1893: 1. Was haben wir unsrer Muttersprache zu danken, und welchen Wert hat für uns das Ubersetzen aus fremden Sprachen? 2. UhlandsMärchen, ein romantisches Gedicht. 3.(Klassenaufsatz.) Macbeths Verbrechen an Duncan und Banko nach Schillers Hexenspruch:Wir streuen in die Brust die böse Saat Aber dem Menschen gehört die That. 4.(Prüfungsaufsatz.) Wie hat die romantische Schule den Gesichtskreis auf dem Gebiete heimischer und fremder Dichtung erweitert? 5.(Klassenaufsatz.) Umkehr und Sturz in Shakespeares Macbeth. Winter 1893/94: 1. Schillers Worte im Spaziergange:Sieh, da entbrannten in feurigem Kampf die eifernden Kräfte; Grobes wirket ihr Streit, Gröberes wirket ihr Bund, angewandt auf die Geschichte Athens und Roms. 2. Die Rückkehr zur Natur in GoethesWanderer und SchillersSpaziergang. 3.(Klassenaufsatz.) Tassos Mangel an Selbst- beherrschung gegenüber der Forderung des Fürsten:Ruhm und Tadel Muß er ertragen lernen. 4.(Prüfungsaufsatz.) Mit welchem Rechte zählt Goethe im Vorworte zuWahrheit und Dichtung die Einwirkung bedeutender Menschen zu den Bedingungen seines Bildungsganges? 5.(Klassenaufsatz.) Was heißt nach Schiller Universalgeschichte, und welchen Gewinn haben wir von der Beschäftigung mit der Geschichte?

Latein: 6 Std. Grammatik und schriftliche UÜbungen 1 Std., Lesestoff(5 Std.): Sommer: Tacitus, annal. II(Ausgabe mit Anm. von Nipperdey).(Extempore: Livius 1. Dekade). Horat. carm. I. (mit Auswahl) und einige Episteln. Winter: Cicero, epist. selectae.(Extempore: Livius 1. Dekade). Horat. carm. II(mit Auswahl) und einige Satiren. Lehrbücher: Ellendt, lat. Grammatik, Süpfle, Stil- übungen III. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit, abwechselnd eine häusliche und eine Klassen- arbeit. Professor Tardy..

Griechisch: 6 Std. Grammatik und schriftliche Arbeiten 1 Std., Lesestoff(5 Std.): Sommer: Ilias XII XX(mit Auswahl), Thucydides VI, VII von 1 25(mit Auswahl). Winter: Sophokles, Oedipus rex, Plato, Charmides. Zu Hause: Homer, Ilias XX XXIV(mit Auswahl). Alle 4 Wochen eine Klassenarbeit aus dem Griechischen ins Deutsche. Lehrhuch: Gerth, griech. Schulgrammatik. Der Direktor.

Französisch: 2 Std. Grammatische Wiederholungen nach Bedürfnis. Lesestoff im Sommer: Ponsard, Lucrèce; im Winter: Souvestre, au coin du feu. Sprechübungen. Alle 3 Wochen eine Klassenarbeit aus dem Französischen ins Deutsche. Lehrbuch: Plötz, franz. Schul- grammatik. Professor Dr. Nather.

*) Bei der Angabe der Namen der Lehrer ist nur das Winterhalbjahr 1893/94 berücksichtigt.