Aufsatz 
Die Schul-Disciplin als Erziehungsmittel : ein pädagogischer Versuch / von Franz Idzikowski
Entstehung
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Empfohlen wurde unter dem 27. Februar 1851 Munks griechiſche Literaturgeſchichte, Band 2, und unter dem 20. Juni H. Adamy's Wandkarte von Schleſien.

B. Chronik des Gymnaſiums.

Am 28. September wurde die erſte Conferenz gehalten, um alles zur Eröffnung des neuen Schuljahres Erforderliche einzuleiten. Am 30. September und 1.October erfolgte die Anmeldung und Inſcription der neuen Schüler, während auch die frühern Schüler ſich bei ihren reſp. Lehrern vorſtellten, das Schulgeld einzahlten und die nöthigen Weiſungen erhielten. Am 2. October ward das Schuljahr mit einem Hochamte und dem Hymnus Veni sancte spiritus eröffnet, dann im Prüfungsſaale vom Director eine Anſprache gehalten, um die Schüler auf die beſte Einrichtung ihres Schullebens und Studiums hinzuweiſen. Hierauf folgte die Prüfung aller der neuen Schüler, die in eine höhere Klaſſe als Sexta einzutreten Anſpruch machten. Nach geendigtem Geſchäfte ver⸗ einigten ſich die Lehrer der Anſtalt zu einem gemeinſamen heitern Mahle, um ſo einander geſellig näher tretend, ein freundliches Zuſammenwirken für das neue Amtsjahr anzubahnen. Der nächſte Tag, der 3. October war der erſte des Unterrichts. Getheilt in 12 Klaſſen erwarteten 651 Schüler unſern Unterricht. Die Lehrer waren dieſelben wie im vorigen Jahre, nämlich mit Einſchluß des Directors 13 ordentliche Lehrer, 3 Collaboratoren, 3 techniſche Hilfslehrer und 7 Candidaten, wovon jedoch einer, Dr. Görlitz, ſeine Lehrſtunden nicht antrat, ſondern einem Rufe nach Oſtrowo folgte. Für ihn trat der Candidat Puls ein. 3

Das Geburtsfeſt Sr. Majeſtät des Königs beging die Anſtalt nach geendigtem feierlichen Mor⸗ gengottesdienſte mit einer Rede des Directors, worin derſelbe einen Rückblick that auf das eben ſeit dem 15. October 1840 zurückgelegte Decennium und daran Entſchlüſſe knüpfte, wie ſie die Gegenwart erheiſchte. Paſſende Geſänge gingen der Rede voraus und folgten ihr. Ende October ſollte eben Candidat Wahner uns verlaſſen, um eine Collaboratorſtelle in Gleiwitz anzutreten; als die Mobilmachung des Heeres in den erſten Tagen des Novembers ſowohl ihn als den Gymnaſiallehrer Idzikowski unter die Fahnen der Landwehr rief, der beide als Offiziere ange⸗ hören. In die dadurch offen gewordenen 33 Stunden theilten ſich die Gymnaſiallehrer Winkler und Pohl, die Candidaten Wutke, Wiſſowa und Puls. Wenige Tage nachher, am 18. No⸗ vember, ſchied auch der Candidat Dr. Wittiber aus, der nach Glatz geſchickt wurde, eine leer gewordene Lehrerſtelle zu vertreten, in die er auch am 1. Mai dieſes definitiv eingetreten iſt. Wieder wurden dadurch 15 Stunden offen, welche die Lehrer Janske, Dr. Sondhauß, Runkel, der Collaborator Dr. Kuſchel und die Candidaten Ullbrich und Puls übernahmen. So waren 51 wöchentliche Stunden vertheilt, ohne daß eine neue Lehrkraft an die Stelle der drei abgegangenen gekommen wäre. Erſt am 7. Januar traten die Candidaten Mohr und Frenzel ihr Probejahr an und übernahmen 15 jener Stunden und als am 20. Januar der Lehrer Idzikowski wieder⸗ kehrte, trat er in ſeine 17 Stunden wieder ein. Aber ſchon Mitte Februar verließ uns Candidat Ullbrich, der zur Vertretung eines erkrankten Lehrers nach Görlitz geſchickt wurde und ſo mußten wieder 6 Stunden anderweitig vertheilt werden. So blieben dennoch 25 Stunden fortwährend zu übertragen..

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