Aufsatz 
Über den Brummkreisel und das Schwingungsgesetz der kubischen Pfeifen / [Karl Friedrich Julius] Sondhauß
Entstehung
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Alle wollen Theologie, nur Gornig Medicin ſtudiren.

Zu Oſtern trat ein ſtarker Wechſel unter den jungen Lehrern ein. Es ſchied der Candidat Puls gänzlich aus, Candidat Dr. Wittiber gab einen Theil ſeiner Stunden ab, da er als Mitglied des pädagogiſchen Seminars von dem Director deſſelben einer andern Anſtalt überwieſen wurde; daß er dennoch am hieſigen Gymnaſium noch 16 Stunden beibehielt, ohne jede Ausſicht auf eine ſichere Remuneration und ohne Verpflichtung, verdient unſern wärmſten Dank! Ohne ſeine Hilfe wäre eines der umfaſſendſten Gymnaſien des Staats in große Verlegenheit gekommen!*) Für Candidat Puls trat der Candidat Wahner wieder ein, welcher im vorigen Jahre wegen Einberufung als Offizier zur Landwehr hatte ausſcheiden müſſen. Der Candidat Wuttke trat mit Genehmigung der Behörde zu Oſtern ſein Probejahr an und übernahm Stunden der Lehrer Dr. Pohl und Idzikowski, welche in eben ſo vielen, als ſie abgaben, den Director vertraten; nach deſſen Rückkehr behielt Candidat Wuttke dieſe Stunden. Endlich wurde auch dem Candidaten Dr. Görlitz, der von ſeiner Stellung als Hauslehrer aus Paris zurückgekehrt war, geſtattet, ſein Probejahr hier zu beſte⸗ hen. Er erhielt einen Theil der Stunden der Candidaten Puls und Ullbrich.

Am 21. April leiſteten die Lehrer und Subalternen der Anſtalt, mit Ausſchluß des abweſenden Directors und der beiden Religionslehrer, welche auf einer Verwahrung beſtanden, den Eid auf die Verfaſſung. Die genannten drei beſchworen dieſelbe am 16. Juni.

Den am 7. Mai zurückgekehrten Direktor begrüßte das Sängerchor des Gymnaſiums mit der Aufführung des Lauda Sion von Mendelsſohn⸗Bartholdy. Seinem Herzen wohlthuend war auch der Ausdruck der Liebe, welche die Schüler dem Heimgekehrten an ſeinem bald eintretenden Geburts⸗ tage ſo warm kund gaben. 1

Am 14. Mai machte das Gymnaſium in gewohnter Weiſe ſeinen Frühlingsſpaziergang nach Oswitz. Der Tag verlief ohne Störung unter freudiger Theilnahme der Schüler und eines der Schule näher ſtehenden, ſehr zahlreichen Publikums. Zum erſten Male nach langjähriger Unterbre⸗ chung war es wieder verſtattet, im feſtlichen Zuge bis in die Hallen der Anſtalt ſelbſt zurückzukehren, und hier das Feſt am Abend eben ſo ernſtfeierlich zu ſchließen wie es am Morgen begonnen hatte. Die des Druckes gewürdigten Preisgedichte hatten für Ober⸗Prima Grimm gedichtet, Carl Hoff⸗ mann componirt, für Unter⸗Prima Beininger gedichtet, Philipp in Muſik geſetzt.

Die Abiturienten⸗Prüfung für das Sommerſemeſter wurde auch in dieſem Jahre ſchon früh gehalten, nämlich an den Tagen des 9. 11. 13. 23. und 25. Juli. Es hatten ſich zu derſelben als berechtigt gemeldet: 60 Schüler und 10 Extranei, eine Zahl, wie ſie das Gymnaſium noch nie, und vielleicht kaum ein anderes je geſehen hatte. Ein Ertraneus trat ſchon vor den Arbeiten zurück, 9 Schüler und 1 Extraneus auf unſern Rath nach Anfertigung der Arbeiten, die ihnen mißlungen waren. So blieben noch 51 Schüler und 8 Extranei übrig, mit welchen an den genannten Tagen die mündliche Prüfung unter Vorſitz des Herrn Regierungs⸗ und Schulraths Dr. Vogel als Königl. Commiſſarius, und zwar an den erſten vier die der Schüler, an dem letzten die der Ex⸗ tranei vorgenommen wurde. Nach übereinſtimmender Anſicht der Commiſſion wurden 43 Schüler und 4 Extranei für reif, 8 Schüler und 4 Extranei für unreif befunden. Die Namen der reif er⸗ klärten Schüler ſind folgende:

*) Die abgetretenen Stunden üͤbernahm der Candidat ulbrich, Mitglied des paͤdagogiſchen Seminars, der ſchon ſeit November, als ſolches, einen Theil der Stunden des Candidaten Steinmetz uͤbernommen hatte.