Aufsatz 
De rebus Corcyraeorum : P.1. / Jos. Janske
Entstehung
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B. Chronik des Gymnaſiums.

Am 1. 2. und 3. October meldeten ſich ſämmtliche Schüler bei ihren reſp. Lehrern, die neuen, nachdem ſie vom Director waren inſcribirt worden. Sie zahlten das Schulgeld und erhielten die nöthigen Mittheilungen über die anzuſchaffenden Bücher und Hilfsmittel. Am 4. wurde das Schul⸗ jahr mit einem feierlichen Hochamt und dem Hymnus Veni sancte spiritus in Gegenwart aller Lehrer und Schüler eröffnet, worauf der Director im Prüfungsſaale eine Anſprache hielt, in der er das rechte Maaß von Arbeit und Erholung anzugeben ſuchte. Nach geendigter Feierlichkeit wurden diejenigen neuen Schuͤler geprüft, die für eine höhere Klaſſe als Sexta vorbereitet zu ſein glaubten. Der Unterricht begann am 5. October mit denſelben Lehrern, die am Schluſſe des vori⸗ gen Schuljahres an der Anſtalt gewirkt hatten und mit einer Zahl von 630 Schülern.

Am 14. October feierte das Gymnaſtum den Vorabend des Königl. Geburtstages. Nach einem Geſang des Sängerchors ſprach der Director darüber, daß wie ſich auch die Zeitverhältniſſe geändert hätten, die Pietät dieſelbe geblieben, mit der ſonſt dieſer Tag freudig begangen worden und er be⸗ trachtete dann die Stellung Preußens zu Deutſchland, wie ſie von dem Könige zu gegenſeitigem Heile erſtrebt werde. Den Schluß machte ein Salvum fac regem, vorgetragen vom Sängerchor.

Ende October verließ uns der Candidat Dr. Görlitz, indem er einen Ruf zu einer Haus⸗ lehrerſtelle in Italien annahm. An ſeine Stelle trat der Candidat Wahner.

Zu Oſtern hatten ſich 7 Schüler zur Ablegung der Maturitäts⸗Prüfung gemeldet, denen ſich 4 Extranei angeſchloſſen hatten. Sie wurden unter dem Vorſitz des Herrn Regierungsraths Dr. Vogel als Königl. Commiſſarius am 24. März geprüft und 5 der Schüler, ſo wie 2 Extra⸗ nei für reif erklärt, nämlich: Albert Hoffmann aus Oppeln, 10 ½ Jahr auf dem Gymnaſtum zu Oppeln und hier, Franz Lichtenberg aus Bernſtadt, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium, Paul Ro⸗ howski aus Breslau, 9 ½ Jahr auf dem Gymnaſium, Alexander Schaffer aus Breslau, 10 ½ Jahr auf dem Gymnaſtum, Johann Stöhr aus Bobiſchau, Kreis Glaz, 9 ½ Jahr auf dem Gymnaſium zu Glaz und Breslau, alle 2 ½ Jahr in der oberſten Klaſſe. Von ihnen ſtudiren Hoffmann, Lich⸗ tenberg und Stöhr Theologie, Rohowski Medicin, Schaffer Jurisprudenz, alle zu Breslau.

Am Schluſſe der Oſterferien begab ſich der Director nach Berlin zu der Schul⸗Conferenz, welche das Miniſterium berufen und wozu ihn für die erſte, für einen Director beſtimmte Stelle das Vertrauen ſeiner Herren Collegen in der Provinz von beiden Confeſſionen berufen hatte. Die Vertretung der Directorialgeſchäfte übernahm bereitwilligſt der erſte Lehrer, Profeſſor Krömer, die Lehrſtunden die Herrn Collegen Krömer, Rotter Dittrich, Kühn, Runkel und Schmölders. Allerdings war es des Directors Abſicht, nach ſeiner Rückkehr die verſäumten Stunden nachzugeben, womit er auch den Anfang machte, aber die Nothwendigkeit, für abgehende Collegen ſelbſt Vertretungsſtunden übernehmen zu müſſen, zwang ihn nach wenig Wochen, von dem Vorhaben, ſeine contrahirten

Stundenſchulden abzuzahlen, ſich zu entbinden. Fünf Wochen vergingen über dieſer Abweſenheit des