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Wenige Tage darauf, am 14. October, feierte die Anſtalt als am Vorabende, das Geburtsfeſt Sr. Majeſtät des jetzt regierenden Königs zum erſten Male ſeit Höchſtdeſſen Thronbe⸗ ſteigung und zugleich das Feſt der, auch für Schleſien ſtattfindenden Erbhuldigung. Um 3 Uhr fan⸗ den ſich, eingeladen von der Anſtalt, eine große Zahl ehrenwerther Gönner und Freunde derſelben in dem, mit Blumengewinden und den Bildniſſen des regierenden Königs und Seines erhabenen Vaters geſchmückten Prüfungsſaale ein, in welchem Lehrer und Schüler bereits verſammelt waren. Nach einem Einleitungsgeſange beſtieg der Director die Rednerbühne und, nach einer Zuſammenſtellung der für Preußen ſo wichtigen Jahre 1640, 1740 und 1840 wendete er auf die beginnende Regierung Friedrich Wilhelm des Vierten die Worte des Tacitus von Tra⸗ janus an:
Es mehret des Reichs Glückſeligkeit täglich Nerva Trajanus, und die öffentliche Wohl⸗ fahrt hat nicht nur Hoffnung und Wunſch, ſondern Vertrauen und Zuverſicht auf ſeine Wünſche genommen.—
Zu dem am 30. October ſtattfindenden Amtsjubiläum des verdienten Rectors des hie⸗ ſigen Eliſabetans, Herrn Profeſſor Dr. Samuel Gottfried Reiche, brachte das katholiſche Gym⸗ naſtum ſeine Glückwünſche in einem lateiniſchen, vom Director verfaßten Gedichte dar, welches eine aus dieſem und dem erſten Lehrer Profeſſor Dr. Brettner beſtehende Deputation dem Jubelgreiſe im Namen der Anſtalt überreichte.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. bis 30. December; vorher war eine Cenſur aller Klaſſen gehalten und das Ergebniß den Schülern zur Aushändigung an die Eltern mit⸗ gegeben worden.
Am Schluſſe des Winterſemeſters, den 11. März, wurden unter dem Vorſitze des Herrn Conſiſtorialraths Menzel als dazu ernannten Königl. Commiſſarius 6 Schüler des Gym⸗ naſiums für die Univerſität geprüft, denen ſich noch 7 Extranei angeſchloſſen hatten. Das Reſultat ſiel dahin aus, daß die ſämmtlichen 6 Schüler des Gymnaſiums und von den Extra⸗ neen 4 für reif erklärt wurden, die übrigen 3 Extraneen aber nicht beſtanden. Von jenen 6 Geprüften ſtudiren Ernſt Byſtry aus Buchelsdorf, Adolph Minges aus Schweidnitz, Joſeph Wolf aus Ebersdorf katholiſche Theologie, Theodor Schaube aus Viehau und Paul Schneider aus Breslau Jurisprudenz und Heinrich v. Krsyzanowsky aus Pakoslav Cameralia, ſämmtlich in Breslau.
Die Oſterferien, vor welchen den Schülern aller Klaſſen die halbjährlichen Zeugniſſe ausgefertigt worden waren, dauerten vom 6. bis 18. April, beide Tage einſchließlich.
Am 12. Mai hielt das Gymnaſium ſeinen alljährlichen Frühlingsſpaziergang nach Os⸗ witz, vom Wetter begünſtigt, in allgemeiner Heiterkeit und ohne Störung irgend einer Art.
Daß am 23. Mai eine Anzahl Schüler zum erſtenmale zum Genuſſe des heil. Abend⸗ mahls mit Feierlichkeit geführt worden, iſt oben bereits angeführt.
Die Pfingſtferien währten vom 29. Mai bis 6. Juni, und nach ihnen wurde die Cenſur für das dritte Quartal gehalten.—


