Aufsatz 
Studien zum Thukydides / von Carl Schmelzer
Entstehung
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Studien zum Thukydides.

In den folgenden Zeilen, einem Bruchſtücke aus einer größeren Arbeit, will ich den Schülern unſerer Prima einen Commentar zu den ſchwierigeren Stellen des erſten Buches des Thukydides geben, welches ich im nächſten Som⸗ mer mit ihnen zu leſen gedenke.

1. Zur Rede der Kerkyräer. cap. 33, 2. νπσριι ρεευςα αμιν¶τ τ˙Oςαmσι⁵ωιςα 10x bn.

Das dud d'avrolc bei koxur ſcheint mir zu verbieten, auch zu dosriy und Aader ein öar zu ergänzen. Ich überſetze die Worte:Wenn eine Macht ſich euch anbietet, welche(mit⸗)bringt Anſehn bei der großen Menge, Freude denen, die ihr ſchützen werdet, euch ſelber aber Macht. D. h. die Kerkyräer ſagen: wir bieten euch un⸗ ſere Bundesgenoſſenſchaft an, indem wir mitbringen den Ruf der Tapferkeit, in welchem wir bei allen es oëg Jodg ſtehen; indem wir ſodann euren Bundesgenoſſen olg erauvyefts mit unſerem Anerbieten will⸗ kommen ſind; denn freuen werden ſie ſich über den Zuwachs, den ihre Bundesgenoſſenſchaft erhält; indem wir endlich euch ſelber Machtzuwachs bringen.

2 1 πατι τνινν οeσ ννέε.

Weil man das οονα doeri» und éeο* falſch verſtanden hat, hat man mit demaer nichts anfangen können und die Lesart der beſten Handſchriften in arrt verwandelt, was denn auch die jüngſten Herausgeber des Thukydides, Boehme und Classen, aufgenommen haben. Freilich wenn man das obige geoovga Koeruy und z2douν überſetzt:wir bringen euch Auszeichnung und euch Gunſt, dann kann das aor hier keinen Sinn geben und man muß dann erwarten:ſo viele Vortheile, wie euch, bieten ſich wenigen. Aber wie man das 6Alro in 6atyo* guuuαxtas de66evo, alswenige gleich uns faſſen muß und gefaßt hat, ſo hätte man auch das àhois hier als wenigen gleich uns faſſen ſollen und man hütte, irre ich nicht, das Rechte nicht verfehlt. Die Worte à- res, bedeuten:das Alles zuſammen trifft ſich in der gegenwärtigen Zeit bei gar wenigen, ſo wie bei uns, und gar wenige bieten, gleich uns jetzt, nicht weniger als ſie empfangen wollen.

cap. 33, 3. 6 ½ G dνοο ν/ ςι˙d*σααἀάrbodοσεν, i XA αχό Gαιm0⁴₰μς ε½ αόα ααα.

Daß d⁶οeines von beiden bedeute, iſt unmöglich: es kann das weder hier noch bei Soph. El., einer Stelle, die Krüger citirt, bedeuten. Es liegt aber auch gar kein Grund vor, hier dieſe jedenfalls ſehr ungewöhn⸗ liche Bedeutung anzunehmen, wenn 1⁶οzwei oderbeide heißen kann. Die Schwierigkeit der Stelle liegt hier, wie ſo oft bei Thukydides, nicht in den Worten, ſondern in dem Gedanken. Es fragt ſich nämlich hier, welcher Gedanke liegt in den Worten ogäs aurods SeSαιαμααανα* Die gewöhnliche Interpretation ſucht die Worte zu erklären nach dem, was die Kerkyräer am Schluß ihrer Rede, cap. 36, 4, ſagen:Die Korinthier wollen ſich kräftigen dadurch, daß ſie unſere Seemacht der ihrigen hinzufügen. Dann würde aber das cς adrode SeSaud .³⁴.οα οαι nur mit anderen Worken daſſelbe ſagen, wie das ztae arccat und könnte deshalb nicht ihm entgegen⸗ ſtehen mit i-j. Ich ſuche die Erklärung des ogäc abrods Seßa*αααααα in cap. 35, 2. und ſage:die Korinthier

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