Aufsatz 
Bestimmung der erdmagnetischen Inklination von Cassel
Entstehung
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Diese Kommission hat nun an die Vorstände der geographischen, naturforschenden und historischen Gesellschaften, sowie an die Fachmänner einen Aufruf erlassen, an der eben be- zeichneten nächsten Aufgabe, der Zusammenstellung der landeskundlichen Litteratur eines speciellen Vereins- oder Wirkungsgebietes nach Kräften mitzuarbeiten.

In Verfolg dieser Aufforderung und im Auftrag des hiesigen Vereins für Natur- kunde sandte ich als zeitiger Geschäftsführer des letzteren der Kommission eine Ubersicht der in unseren Vereinsschriften von 1837 83 niedergelegten Arbeiten und stellte zugleich auch meine eigenen ziemlich vollständigen Collectaneen betr. naturhistorische Arbeiten über Hessen zur Verfügung. Beides wurde mit Dank entgegengenommen, und ich selbst zur Fortführung, Ergänzung und Ordnung des topischen Materials für unser Hessen aufgefordert. Ich sagte meine Mitwirkung an dem nationalen Unternehmen zu. So viel über die Entstehungsgeschichte der vorliegenden Arbeit.

Es sei mir gestattet, über die als notwendige Grundlage alles Weiteren betrachtete Bibliographie noch folgendes mitzuteilen. Die geplante Litteraturübersicht soll sich nicht eng an Staats- oder Volks- bezw. Sprachgrenzen binden, sondern die oben genannte Kommission gedenkt sie über ganz Mitteleuropa auszudehnen und ausser dem Gebiet des deutschen Reiches namentlich die österreichischen Lande, die Schweiz, die Niederlande und Luxemburg, sowie Belgien hinein zu ziehen. Auch sollen die deutschen Sprachinseln in Europa mit zum Teil hochentwickelter heimatskundlicher Litteratur, wie in Siebenbürgen, Ungarn, in den russischen Ostseeprovinzen etc. Berücksichtigung finden. Ausser in der Schweiz hat die Kommission über- all die besten Erfolge zu verzeichnen. Professoren, Vorstände von wissenschaftlichen Vereinen und Bibliotheken haben ihre Mitwirkung oder die Unterstützung des gemeinnützigen Unternehmens zugesagt. Schon auf dem diesjährigen Geographentage zu Frankfurt a. M. konnte Herr Dr. Leh- mann Bericht über den gedeihlichen Fortgang der Angelegenheit erstatten und als Beleg für den Eifer, mit welchem an einzelnen Stellen die Sache erfasst worden, die mit grosser Sorgkfalt von Herrn Dr. Regel in Jena bearbeitete landeskundliche Litteratur Thüúringens*) Theil I,(umfas- send Pflanzenkunde, Balneologie und Ortsgeschichte) vorlegen.

Im Laufe des verflossenen Sommers erschien dann die unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Credner zu Greifswald zusammengestellte landeskundliche Litteratur von Vorpommer n und Rügen**). Die Provinz Sachsen, einschliesslich des ganzen Harzes und des Herzogtums Anhalt hat Herr Prof. Dr. Kirchhoff in Halle bearbeitet. Seine Zusammenstellung wird in den ersten Wochen des neuen Jahres erscheinen. Als vierte selbständige landschaftliche Litteratur- zusammenstellung folgt dann unsere Bibliotheca Hassiaca. Die Fertigstellung einer weiteren Reihe landeskundlicher Bibliographien wird im Laufe des Jahres stattfinden und zwar in Königs- berg i. Pr. für Ost- und Westpreussen, in Lübeck für das Lübeckische, in Dresden für das König- reich Sachsen, in München für Bayern, in Karlsruhe für Baden und in Metz(Strassburg) für die Reichslande.

Nun noch einige Worte über die vorliegende Arbeit. Das Gebiet, welches dieselbe umfasst, schliesst nicht genau mit den politischen Grenzen des Regierungsbezirkes ab, sondern erstreckt sich stellenweis über dieselben hinaus, es ist durch naturgemässe Begrenzung abgerundet worden. Eine solche Zurundung hat namentlich stattgefunden im Westen bezüglich der benach- barten Gebiete des Fürstentums Wwaldech und der darmstädtischen Provinz Oberhessen; im Süd- osten ist das Gebiet der Rhön in seinem ganzen Umfang herangezogen worden; andere kleinere Annexionen bedürfen keiner besonderen Erwähnung. Das Litteratur-Material erstreckt sich keineswegs bloss auf die selbständigen Schriften, sondern auch auf die grosse Masse von Arbeiten, welche in wissenschaftlichen Zeitschriften, in Vereinsschriften und Programmen, als Dissertationen und Gelegenheitsschriften zerstreut sind, und welche ausfindig zu machen, bei manchen kann man wohl sagen auszugraben, teilweise eine unbequeme und zeitraubende Arbeit war. Wenn die hiesigen Bibliotheken in erster Linie die Landesbibliothek und die an Schriften naturhistorischer Gesellschaften sehr reiche Bibliothek des Vereins für Naturkunde, sehr

*) Mitgeteilt in den Schriften der Geographischen Gesellschaft zu Jena II, 1883 p. 20 99. **) Mitgeteilt im I. Jahresbericht der Geogr. Ges. zu Greifswald 188283, 36 S.