Aufsatz 
Beiträge zur Übersicht der kurhessischen Flora : a) die Gefäßpflanzen von Hofgeismar, b) Nachträge zu Hoyer's Flora der Grafschaft Schaumburg
Entstehung
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Galgenberg, ſind ſaͤmmtlich Kalkberge. Die tiefen Niederungen ſind mit verſchiedentlich gemiſchtem Lehm, Thon und an wenigen Stellen mit Moorerde bedeckt.

Dieſen mannichfaltigen günſtigen Bodenverhältniſſen, verbunden mit einer hinreichenden Bewäſſerung, wozu auch mehrere große Teiche(wie die zwei Kelzer und die Reinhardswalder Teiche) das Ihrige beitragen, verdankt man den großen Reichthum an Pflanzenarten, mit welchen die Berge, die Hänge, die Niederungen, die Hoch⸗ und Thalwieſen ſich im Laufe des Jahres zu ſchmücken pflegen.

Unter den ergiebigſten Fundplaͤtzen verdient vor allen der ſ. g. Hagen aufgeführt zu wer⸗ den, d. h. der doppelte an den Abhängen mit herrlichen Eichen und Eſchen und niederem Buſchwerk bewachſene Wallgraben, welcher ehemals die ganze Stadt umſchloß, jetzt aber nur noch die nord⸗ weſtliche Seite derſelben umgiebt. Hier findet man auf dem Raum von wenigen Quadrat⸗Ruthen zuſammengedrängt eine Fülle zum Theil ziemlich ſeltener Waldpflanzen, die man ſonſt auf dem Areal von mehreren Quadrat⸗Meilen zerſtreut auffuchen muß; ein Umſtand, der für die Stu⸗ dien des angehenden Botanikers ſehr foͤrderlich iſt. Wann dieſer Hagen angepflanzt ſei, darüber fehlt es an Nachrichten. Falckenheiner in ſeiner Geſchichte von Hofgeismar, S. 433. bemerkt mit Recht:In den fauſtrechtlichen Zeiten kann derſelbe nicht gewachſen ſein; denn man bedurfte der Sicherheit halber den freien über die Wälle hinausreichenden Blick auf den heranziehenden Feind. Die erſte Nachricht davon, welche F. hat auffinden können, iſt eine Verordnung des Stadtraths von 1579, aus welcher man erſieht, daß ſchon damals der Hagen in altem Holzbeſtande geweſen ſein müſſe. In neueſten Zeiten iſt er ſehr gelichtet worden, indem der Stadtrath die meiſten Eichen an die Eiſenbahn⸗Geſellſchaft verkauft hat.

Nächſt dem Hagen bietet der nur ¾ Stunde von Hofgeismar entfernte, durch uͤppige Vege⸗ tation beſonders ausgezeichnete Weſtberg und die weiter nördlich hart über der Diemel ſich er⸗ hebende Eberſchützer Klippe, und in der Nähe von Grebenſtein der Langenberg die beſte botaniſche Ausbeute; in minderem Grade der Heuberg und Schöneberg, weil ſie zu dicht bewaldet ſind. Der Reinhardswald iſt im Verhältniß zu ſeinem großen Umfang im Ganzen auch min⸗ der ergiebig, als der Weſtberg, wahrſcheinlich weil es bei den vielen Waldblößen auf ſeinem Hoch⸗ rücken an Bewäſſerung mangelt. Einzelne Striche zeichnen ſich jedoch durch Pflanzenreichthum aus. Beſonders prangen die meiſten Reinhardswalder Teiche im Sommer mit einer Fülle von weißen Seeroſen. Der Gahrenberg ſoll eine reiche, der Staufenberg dagegen eine ſehr arme Vegetation haben. Salzquellen ſinden ſich zwar auch in unſerm botaniſchen Bezirk, zu Karlshafen; auf die umgebende Vegetation jedoch äußern ſie ſo viel ich habe ermitteln können keinen beſondern Einfluß. Den durch ſeinen Pflanzenreichthum ausgezeichneten Stahlberg im Brand übergehe ich hier, weil er ſchon von den Caſſelſchen Botanikern durchforſcht und die gewonnene Ausbeute bereits veröffentlicht iſt.

Nach dieſer flüchtigen Skizzirung des botaniſchen Terrains möge die Aufzählung der ein⸗ zelnen Pflanzen⸗Species folgen.