Aufsatz 
Die Einfälle der Normänner in Teutschland : eine historische Abhandlung / Georg Lauteschläger
Entstehung
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Erziehung eines jeden freien Knaben betrachtet wurde. Man uͤbte ſie auf Ta feln von Buchsbaum, wobei, welches Inſtrumentes man ſich auch bedienen mochte, offenbar Alles auf die Sichenheit der Hand und Feinheit der Striche ankam.(Boͤttiger Ideen zur Archaͤologie.)

7) Dem Schuͤler werden gleich Anfangs ſo ſichere und dabei hoͤchſt einfache Regeln zum richtigen Auffaſſen und Beurtheilen der zu zeichnenden Gegenſtaͤnde gegeben, daß der Erfolg nie zweifelhaft ſein kann, wenn man ſich nicht aus Nachlaͤſſigkeit oder Vorurtheil willkuͤrlich von dieſen Regeln entfernt, oder ihre Anwendung verabſaͤumt. Daß eine auf dieſe Anſichten gegruͤndete Unterrichts Methode bei denjenigen Schuͤlern vorzuͤglich Eingang und Erfolg haben muß, welche in einem bereits vorgeſchrittenen Alter auch auf einer hoͤheren Stufe von Geiſtesbildung ſtehen, geht aus dem oben Erwaͤhnten klar hervor. Ueber⸗ haupt beſtaͤtigt es die Erfahrung, daß die Fortſchritte im Zeichnen, nach unſe rer Methode, mit der Geiſtesbildung des Schuͤlers im Allgemeinen gleichen Schritt halten. Moͤchten daher die Schuͤler der oberen Klaſſen des Gymnaſiums mehr, als dies bisher geſchah, an dem Zeichnungsunterrichte Theil zu nehmen ſich bewogen fuͤhlen.

Außer dem theoretiſch-praktiſchen Zeichnungsunterrichte wurden, fuͤr das verfloſſene Sommerſemeſter, woͤchentlich noch zwei Stunden, eine der Geſchichte und Theokie der bildenden Kuͤnſte, die andere der geometriſchen Zeichnungslehre (Géometrie déscriptive) gewidmet. 1

Es wurde demnach die Geſchichte und Theorie der Baukunſt, als derje nigen Kunſt, welche ſich bei allen cultivirten Voͤlkern zuerſt entwickelte, in einer gedraͤngten Ueberſicht vorgetragen. Vom Urſprunge der Baukunſt an wurde ihr allmaͤhliges Fortſchreiten zu hoͤherer Vollkommenheit bei den verſchiedenen orientaliſchen Voͤlkern bis zu ihrem hoͤchſten Flor unter den Griechen und Roͤ⸗ mern verfolgt, und dabei jeder einzelne Theil der vorkommenden Gebaͤude erklaͤrt und durch Vorzeigung von Modellen und Zeichnungen verſinnlicht. Hier bei waren die Kunſtſchaͤtze des Großherzoglichen Muſeums, diesmal vorzuͤglich die in der Gemaͤldegallerie aufgeſtellten phelloplaſtiſchen Nachbildungen der Bau denkmale des alten Roms, von großem Nutzen. Ueberhaupt bietet dieſe, von Sr. Koͤniglichen Hoheit, unſerem allergnaͤdigſten Großherzog, ſo liberal begruͤn dete und mit ſo großmuͤthiger Fuͤrſorge von Allerhoͤchſtdenſelben ſtets gepflegte Anſtalt einem wiſſbegierigen, nach hoͤherer Ausbildung ſtrebenden Juͤnglinge die reichſten Quellen zur Belehrung dar. Dann beſchaͤftigte uns die Geſchichte des Verfalls der Baukunſt durch den allmaͤhligen Untergang der beiden groͤßten Nationen des Alterthums und ihres Wiederauflebens durch das Chriſtenthum; und wir beſchloſſen dieſen Vortrag bei den herannahenden Herbſtferien durch die Betrachtung einiger der vorzuͤglichſten Baudenlmale der teutſchen Kunſt aus

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