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ſich darbietende Thatſachen bilden den Stoff unſrer ſchriftlichen Cenſuren. Zwar fehlt es nicht an Beurtheilern, welche auch hierin, wie in allen müh⸗ ſeligen Vorkehrungen von außen und allen ſchriftlichen Verhandlungen der Schulzucht Nichts als eine hohle Form zu finden glauben. Einer der Be⸗ rühmteſten unter ihnen ſagt:„das Einfachſte ſcheint mir in jeder Schule die Schulzucht, ob ſie gleich manchen Leuten ſo viel in Lehre und Leben zu ſchaffen macht: je mehr Formen, deſto weniger Leben; je mehr äußere Auf⸗ ſicht, deſto mehr äußerer Schein und Heuchelei; je mehr Liſten, deſto mehr Liſt; je mehr Polizei in der Schule, deſto ſchlechter die Schulzucht.“ Doch können wir, ſo viel treffende und oft verkannte Wahrheit anch in dieſem Urtheil liegt, es in ſeiner ganzen Ausdehnung nur dann unterſchreiben, wenn es wirk⸗ lich unmöglich wäre, der Form einen belebenden Geiſt einzuhauchen, wenn die Aufſicht in Aufpaſſerei ausartete, wenn dieſes oder jenes Schema als das einzig untrügliche Arcanum geprieſen würde, wenn man den Reſpect an gewiſſe For⸗ meln und Anreden, gleich zauberiſchen Bannſprüchen, gefeſſelt wähnte, wenn alle Zucht nur eine äußere Abrichtung wäre, deren Künſte mit der Entlaſ⸗ ſung aus dem Gymnaſium gleich hemmenden Feſſeln abgeſtreift würden. Rein, nicht dem leibhaften Bündel Papier, was verſchrieben wird, ſondern der Wirkung, welche die Schrift auf das Leben änßert, nicht dem Gängel⸗ bande der ſchriftlichen Controlle, ſondern dem mit zunehmenden Jahren all⸗ mählich davon ſich ablöſenden Gange derjenigen Freiheit, welche aus eignem Entſchluß das Geſetzmäßige wählt, nicht dem einregiſtrirten Protokoll, ſondern dem ſichtbaren und durch das künftige Leben fortwirkenden Gedeihen erkennen wir den Preis zu. Dafür nehmen wir auch jetzt die gütige Mitwirkung der Eltern und Vormünder in Anſpruch, indem wir ſie bitten, ſich zum Schluſſe des Semeſters die ſchriftlichen Zeugniſſe ihrer Söhne und Pflegebefohlnen von uns abholen zu laſſen, in denen die Reſultate der Cenſuren enthalten ſind; und wenn in denſelben Lob und Tadel gemiſcht iſt, in jenem unſern herzlichen Glückwunſch, in dieſem eine wohlgemeinte Aufforderung zu einer auf Verbeſſe⸗ rung hin arbeitenden Mitwirkung nicht zu verkennen. Es werden dieſe Zeugniſſe dieſes Mal für IV. vom Dr. Wagner, für III. vom G. L. Baur, für II. vom G. L. Piſtor, für I. vom Profeſſor Dr. Weber, für S. von mir ausgefertigt.


