Aufsatz 
Die Einfälle der Normänner in Teutschland : eine historische Abhandlung / Georg Lauteschläger
Entstehung
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fehlshaber) jedoch von dieſer Flotte, Carauſius 9), im Jahr 287 und ſechszig Jahre ſpäter, der Uſurpator Magnentius machten ſogar gemeinſchaftliche Sache mit den Franken und Sachſen, wodurch dieſe zu ihren Raubzügen noch mehr angereizt wurden. Durch das Glück ermuthigt vermehrten ſich die Theilnehmer an dieſen Unternehmungen; es war ihnen zur Gewohnheit geworden, Ruhm und Schätze in den römiſchen Ländern zu erwerben. Ihre Einſichten nahmen zu; auch der Geringſte verſtand das Ruder zu führen, die Segel zu ſtellen und das Schiff zu ſteuern; die Stürme waren ihnen erwünſcht; ſie blieben durch ſie unbemerkt und die Flotten der Feinde wurden zerſtreut.

Die kräftige Regierung Conſtantins des Großen ſcheint dem Anſtürmen der nordiſchen Völker Schranken geſetzt zu haben. Deſto lebhafter erneuerten ſie gegen das Ende des vierten Jahrhunderts ihre Angriffe, beſonders unter Valentinian I. 10). Sie hatten ſogar die Kühnheit, das römiſche Reich auch zu Land angreifen zu wollen und es wird als ein großes Verdienſt Valenti⸗ nians gerühmt, daß er die Sachſen, als ſie im Begriffe ſtanden, durch das Land der Franken auf das römiſche Gebiet vorzudringen, auf das Haupt ſchlug). Ihre Angriffe von der Seeſeite waren darum nicht weniger häu⸗ fig, und mußten im fünften Jahrhundert, da die Gothen, Hunnen, Vanda⸗ len, Alanen, Sueyven, Burgunder und endlich noch die Franken die Gränzen des römiſchen Reichs überſchritten, nur noch furchtbarer und erfolgreicher werden ¹²). In Britanien wurden ſie ſogar ſeit dem Jahr 449 das herrſchende Volk.

9) Eutrop. Hist. I. 9. c. 21. Orosius Hist. I. 7. c. 25. ed. Havercamp. p. 526.

10) Amm. Marcellinus. I. 27. e. 8.

11) Orosius. I. 7. c. 25. p. 549.

12) Dulos Histoire critique de la monarchie française. Amst. 1735. T. I. p. 198. Les Saxons étoient dans le cinquième siécle le fléau des Gaules, comme les Normands l'ont été dans le neuviéème et comme les corsaires de la Barbarie le sont aujourd'hui de l'Italie et de l'Espagne. Von ihrer Furchtbarkeit giebt ein lebhaftes Bild Sidonius Apollinaris J. VIII. ep. 6: