„Es iſt,“ ſagt ein trefflicher Kenner der Völker und ihrer Geſchichte, vor allen der nordiſchen¹),„es iſt ein wunderbares und unerklärliches Ding um die urſprünglichen und von Gott mitgegebenen Triebe und Anlagen der Ein⸗ zelnen, der Geſchlechter und ganzer Völker. Den germaniſchen Stämmen waren große Meere und Küſten der Oſtſee und der Nordſee zugefallen; aber das Meer macht ſo wenig den Schiffer als das Pferd den Reiter, obgleich beide nothwendig dazu gehören.“
Es war die Luſt am Seeleben, nicht die Gelegenheit dazu, die den Ger⸗ manen hinaus auf die offene Sce trieb und ihn den Gefahren der Wogen, Klippen und Stürme Trotz bieten ließ. Dieſer Trieb zeichnete ihn ſchon früh vor den meiſten Völkern aus. In den alten Zeiten waren die Phönizier und Griechen die einzigen Schiffer in der ſüdöſtlichen und ſüdweſtlichen Welt; zu gleicher Zeit ſcheinen es die Germanen im Nordweſten geworden zu ſeyn; ſie blieben es auch in ſpäteren Zeiten, vorzugsweiſe vor allen, während Phönizier und Griechen ſchon längſt ihre Exiſtenz zu Land und zur See verloren hat⸗ ten. Hatte der Römer nicht in wenigen Jahrhunderten auf beiden Seiten ſeiner Halbinſel zwei Meere, mit ihnen die lüſternſte Lockung in die Weite
„ 1) E. M. Arndt, Nebenſtunden. S. 84.


