Schulnachrichten.
Das Schuljahr 1894/95 begann Montag den 9. April, an welchem Tage die Aufnahme der neueintretenden Schülerinnen erfolgte. Für die unterste Vorschulklasse der höheren Mäd- chenschule wurden 22 Kinder angemeldet, für die der er- weiterten Mädchenschule 25. Der Anfangsbestand der höheren Mädchenschule stellte sich in Kl. I— X auf 315; während des Schuljahres traten 12 Schülerinnen ein, 21 aus, so dass der Schlulsbestand 306 betrug. Die erweiterte Mädchenschule hatte in den 8 Klassen(1b— 8 b) einen Anfangsbestand von 220 Schülerinnen; 8 Schülerinnen traten im Laufe des Schul- jahres ein, 11 aus, so dass der Schlussbestand 217 betrug. Von der Gesamtzahl aller Schülerinnen beider Schulen, 555, waren 457 evangelischer, 49 israelitischer, 49 katho- lischer Konfession, deren Verteilung auf die einzelnen Klassen siehe Seite 44.
Der Gesundheitszustand der Schülerinnen war besser als im Vorjahr, nur während der strengen Kälte im Winter zeigten einige untere Klassen grössere Lücken.
Von wichtigeren Ereignissen im Innern der Schule, Ver- änderungen im Lehrerkollegium u. s. w. heben wir folgende hervor.
Anfangs Januar 1894 feierten wir den Tag, an dem Fräulein Koch vor 25 Jahren als Handarbeitslehrerin in die Schule eingetreten war. Dieser Tag gestaltete sich zu einem erhebenden Feste für die verehrte Lehrerin. Von allen Sei- ten trafen die herzlichsten Glückwünsche ein, die Schülerinnen wie das Kollegium zeigten Fräulein Koch, wie sehr sie sich mit ihr an dem bedeutungsvollen Tage freuten. Von seiten der städtischen Behörden war ein ehrendes Glückwunschschreiben eingelaufen, das die Verdienste der


