Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt / Königliches Realgymnasium Wiesbaden
Entstehung
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nicht fortgesetzt werden. Erst seit Herbst 1869 wurde für das winterliche Turnen die Halle der höheren Bürgerschule überlassen. Es waren immer nur wenige Stunden der Benutzung freigegeben, in dem Winter des Kriegsjahres wurde die Turnhalle als Lazarett benutzt und im folgenden Winter wieder hergerichtet, so dals hier ganz ausgesetzt werden mulste. Ebenso mulste in den Wintern von 1873 an der Turnunterricht wieder ganz ausfallen. Da wurde das Bernhardt'sche Haus oberhalb der katholischen Kirche in un- mittelbarer Nähe der peiden Gymnasien durch Mittel des Central- studienfonds im Winter 1877/78 erworben und am 12. März 1878 der Bau einer Turnhalle auf diesem Grundstück und die Aufnahme eines Kapitals von 44 000 Mk. zu diesem Zwecke verfügt. Zur Ver- zinsung und Amortisation dieses Kapitals wurde das Schulgeld für alle Klassen auf 100 Mk. erhöht. Der Bau wurde im Frühjahr 1879 vollendet und am 20. Mai eingeweiht. Von jetzt an wurde der Turnunterricht ohne Unterbrechung fortgeführt, nur ist es bei der gemeinsamen Benutzung der Halle durch 2 Anstalten mit gegen- wärtig 27 Klassen nicht möglich, die durch die Lehrpläne von 1892 vorgeschriebene dritte Turnstunde zu halten. Einige jugendfrische Schüler hatten sich so für das Turnen begeistert, daſs sie im Winter 1884 85 einen Turnverein gründeten, der nach einer Regeneration im Herbst 1891 noch jetzt in Blüte steht. Seit 1883 wurden Turn- spiele eingerichtet, an welchen die Schüler meist in gröſserer An- zahl freiwillig teilnahmen. Die Stadt, welche durch Beseitigung des nördlichen und Verkleinerung des südlichen Rasenbeetes des Luisenplatzes einen Spielraum für die beiden Anstalten geschaffen hatte, gab auch zu den Turnspielen Plätze, bes.unter den Eichen, frei. Ihre weite Entfernung bewirkte, dals der anfängliche Eifer für die Turnspiele erlahmte, so daſs seit 1892 nur noch vereinzelt ge- spielt wird. Hier könnte sich die Stadt durch Überweisung eines nahegelegenen Platzes ein hohes Verdienst erwerben. Endlich muſs noch hervorgehoben werden, dals die Schüler der Anstalt, trotz der weiten Entfernung, eifrig kalte Fluſsbäder im Rhein nahmen. Eine Erleichterung haben sie seit vielen Jahren dadurch, dafs die Direktion der Unteroffizierschule in Biebrich in ihrer Schwimmaustalt gegen ein geringes Honorar Schwimmunterricht erteilen lälst.

Der Etat war unter der herzoglichen Regierung für alle An- stalten gemeinschaftlich. Die preulsische Verwaltung ordnete die Aufstellung eines pesonderen Ptats für jede Schule an. Für das Real-

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