47 anstaltet; sie verloren mit der Zeit ihren harmlosen Charakter und sind deshalb seit 1891 unterlassen worden.
Das Schulgebäude wurde beim Ubergang Nassaus an Preulsen von der Münze. welche ganz aufgehoben wurde, geräumt. Der nach Süden gelegene Teil des Unterstockes wurde nunmehr zu einer Pedellenwohnung eingerichtet¹), während der nördliche Teil die Diensträume für das Königliche Landratsamt und mit Einschluls der nach der Luisenstraſse gelegenen Zimmer des Oberstockes eine Dienstwohnung für den Königlichen Landrat lieferte. Gegenüber dem Andrang der zum FEintritt Bereiten reichten diese Räume nicht aus, so dals durch Verfügung des Königlichen Prov.-Schulkollegiums vom 21. Juli 1875 die Zurückweisung der zuletzt Angemeldeten. aber nicht Aufnahmefähigen angeordnet wurde. Mit dem Ausbau der Schule zur Vollanstalt wuchs das Bedürfnis nach neuen Räumen immer mehr, das Landratsamt wurde daher verlegt und nunmehr das ganze Gebäude für Schulzwecke freigegeben. In dem nördlichen Flügel wurde im Oberstock eine Dienstwohnung für den Direktor, im Parterre eine solche für den Pedellen eingerichtet. Doch reichte bei dem raschen Aufblühen der Schule, welches die unten folgende Übersicht über die Schüler anschaulich zu machen sucht, der vor- handene Raum immer noch nicht aus. Um die Frage einer Pr— weiterung des Baues zu fördern, pesichtigten am 18. März 1878 die Geh. Regierungsräte Dr. Stauder, Bosse und Giersberg aus Berlin mit dem Bau- und Reg.-Rat Cremer und Bauinspektor Helbig in Wiesbaden die Schulräume. Neue Klassenzimmer durch den Aufbau eines ganzen Stockes zu gewinnen, war bei der Be- schaffenheit der Fundamente nicht angängig. So wurde denn ein Um- und Anbau in der Weise beschlossen und im Herbst 1879 vol- lendet, dals der nach dem Hof hin gelegene Raum, in welchem früher die Dampfmaschine für die Münze, später die Anstaltsbiblio- thek untergebracht waren, etwa zur Hälfte beseitigt und an seiner Stelle ein Treppenhaus mit steinerner Treppe, sowie ein Bau durch
1) Nach dem Tode des Pedellen Kunz wurde Friedrich Giegerig, schon vorher provisorisch als Diener am Laboratorium beschäftigt, am 15. Sep- tember 1865 zum Pedellen ernannt. Er dürfte wohl vielen der früheren Schüler noch in guter Prinnerung sein. Mit treuem Pflichteifer hat er bis Ostern 1895 gewirkt, nachdem er fast 50 Jahre im Dienste war. Bei seinem Abgang wurde ihm von Sr. Majestät dem König die Verdienstmedaille in Gold verliehen.— Die Lehrer der Anstalt schenkten ihm einen Ruhesessel.


