Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt / Königliches Realgymnasium Wiesbaden
Entstehung
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die ganze Schule umspannenden mathematischen Pensum stecken geblieben, so erhielt er jetzt einen in sich abgerundeten Wissens- stoff, nämlich die gesamte Planimetrie, Elemente der Buchstaben- rechnung, einfache Gleichungen und das Praktische der Rechnung mit Dezimalbrüchen und Logarithmen. In der Chemie erhielten diese Zöglinge allein 2 Stunden Unterricht in Quarta, der das Wich- tigste derselben mitteilte, und von Quinta an hatten sie 4 Stunden Zeichnen mehr als die Aspiranten der Oberstufe.

Eine allmähliche Steigerung der Schülerzahl trat ein. Aber welch ein künstlicher Bau war hier aufgeführt! Die mit Quarta Abschliefsenden und die Aspiranten der Oberstufe mufsten zu gleicher zeit mit dem jeweilig fakultativen Unterricht beschäftigt werden, hier Latein, dort Zeichnen und Chemie. Und das auch noch mit unzureichenden Kräften durchzusetzen, war fast unmõöglich. So schien die Unterabteilung für das Realgymnasium mehr hemmend als fördernd. so dafs ihre Loslösung als städtische höhere Bürgerschule auf Antrag der Stadt durch Ministerialresolution vom 20. August 1856 verfügt und Ostern 1857 vollzogen wurde.

Ehe wir zur Darstellung dieser neuen Periode übergehen, wollen wir noch einiges nachholen über die Zucht, die Zeugnisse sowie einige Mitteilungen aus der äuſseren Entwicklung der Anustalt.

Zunächst waren, wie es scheint, die allgemeinen Schulgesetze vom Jahre 1817 noch in Geltung; eine etwas umfangreiche(31 Para- graphen), aber im ganzen praktische Schulordnung. Nach§ 31c warWein, in kleineren Quantitäten ins Haus geholt, zu trinken verstattet. Auffallend war die Bestimmung in§ 31m, wonach Schüler nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis der Eltern bares Geld oder Eſswaren borgen durften, da die Eltern nicht zur Bezahlung angehalten wurden, sondern der Verleiher auch noch in eine Civil- strafe von 10 fl. verfiel, und in 31n, welche sagte. dass von Schülern verkaufte oder versetzte Bücher oder Effekten ohne Entschädigung herausgegeben werden mulsten. Zur Durchführung der Schulzucht wurde während der Abwesenheit des Lehrers für jede Klasse ein Schüler als Inspektor bestellt und ein Tadelbuch eingerichtet. Das- selbe hatte 2 Rubriken, in deren erstere die leichteren, in deren zweite die schwereren Tadel durch einen Strich eingetragen wurden. Jedesmal 3 leichtere Tadel bewirkten einen Strich in der zweiten Rubrik. Bei 3 schweren Tadeln wurde der Schüler dem Direktor