Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt / Königliches Realgymnasium Wiesbaden
Entstehung
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sätzen der Perspektive als nach den Vorschriften der deskriptiven Geometrie graphisch darzustellen.

Die Modellierstunde sollte die Schüler der höchsten Klassen dahin bringen, nicht zu schwierige Objekte richtig nachzubilden.

Um die Beschaffung und Einrichtung eines Turnplatzes erwarb sich wiederum Wackernagel groſse Verdienste, doch konnten erst seit 1848 wöchentlich 2 Abendstunden für das Turnen bestimmt werden, auswärtige Schüler wurden auf ihr Verlangen davon befreit. Die Schüler selbst arbeiteten eine Turnordnung aus, die vom Kol- legium mit einigen Aenderungen genehmigt wurde. Zur Aufrecht- erhaltung der Ordnung war neben dem Turnlehrer noch einer der Lehrer in der Turnstunde, eine Einrichtung, die bis zur Errichtung einer eigenen Turnhalle beibehalten wurde. Auch für den Reit- unterricht wurde von der Schule Fürsorge getroffen. Trotz der von Müller geäuſserten Bedenken wurde 1850 für das Realgymnasium, Gymnasium und die landwirtschaftliche Schule der Bereiter Salts als gemeinschaftlicher Reitlehrer mit 560 fl. angestellt, wofür er 4 Pferde halten und den Schülern Reitunterricht für 36 Kreuzer die Stunde erteilen muſste. 1860 wurde mit dem neuen Reitlehrer ab- gemacht, dals die Schüler der obersten Klassen 1 fl. für die Stunde bezahlen, wovon die Hälfte für je 10 Schüler, welche aber Nassauer sein mulsten, aus dem Centralstudienfond bestritten wird. 1862 hörten diese Reitstipendien auf, da die Ständeversammlung den Be- trag strich.

Wesentliche Veränderungen im Lehrplan wurden 1854 infolge von Anregungen, die aus der Bürgerschaft kamen, nötig. Die unteren Klassen, die alte Realschule, hatten sich wesentlich als Vorbereitungsstufe für das eigentliche Realgymnasium entwickelt und ihre ursprüngliche Aufgabe, zum einfacheren Gewerbe oder Kauf- mannsstand vorzubereiten, vernachlässigt. In dem Interesse solcher Zöglinge lag es, unter Verzichtleistung auf Latein die neueren Sprachen, auf deren Kenntnis die Bewohner der aufstrebenden Bade- stadt angewiesen waren, mehr zu pflegen. Schon der Rückgang der Schülerzahl und die Entstehung einer gut besuchten Privatanstalt redeten eine deutliche Sprache, die durch direkte Wünsche der Eltern unterstützt wurde. Unter Anerkennung, daſs diese Wünsche berech- tigt wären, entschlols sich die Regierung zu einer Aenderung des Lehrplans, so dals nach Abschlufs der Quarta ein gewisses Ziel er- reicht wurde. Die Aenderungen zeigt folgende Uebersicht: