Aufsatz 
Andenken an den Höchstseligen Herrn Herrn Wilhelm, regierenden Herzog von Nassau : Gefeiert von dem Herzoglichen Landes-Gymnasium zu Weilburg, am 30. August 1839
Entstehung
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Trauerlieder beginnet, des Lahnſtroms heimiſche Muſen, Und in die Klagen des Volks miſchet die eigenen ein. Thraͤnen entquellen, ein Strom, den Augen des Buͤrgers, des treuen; Blicke dich um, und den Schmerz ſiehſt du, den duͤſteren, rings. Leiſe nur rauſchet der Baum; es ſcheint ſein Fluͤſtern zu klagen, Wie das Geſaͤuſel des Winds und das Gemurmel des Bachs. Denn es entruͤckten den Fuͤrſten des langausſtreckenden Todes Keren, Der ewige Zier unſerem Lande geſtrahlt; Der, von Allen geliebt, uns lenkte nach Satzung der Vaͤter, Uebend das ſtrahlende Werk reiner Gerechtigkeit ſtets; Der voll Lieb' eroͤffnet die Bahn, ein Verehrer der Muſen, Die zu der Wahrheit Reich froh und dem Schoͤnen uns fuͤhrt. O ihr Goͤtter, nicht lang hat hier Er gelebet; der Jahre Hat, durch des Orkus Neid, wenige nur Er gefuͤllt. Ob auch die Buͤrger geſammt vereinet die Stimmen zum Flehen: Nie den Erhabenen, nie, treffe die Moire des Tods Aber es iſt nicht vergoͤnnt, zu entfliehn dem beſchloſſenen Tode, Und Ein duͤſteres Haus harret der Sterblichen all. Keiner iſt je ihm entflohn durch Loͤsgeld, noch eine Tugend Konnte die eherne Bruſt ruͤhren dem Stygiſchen Gott. Doch den Koͤrper allein ja verhuͤllt in der Tiefe die Erde, Aber die Seel' entfloh auf zu der Seligen Chor. Nicht iſt geſtorben Er todt, da Ihn lobpreiſend die Tugend Traͤgt aus des Aides Reich auf zu den himmliſchen Hoͤhn. Und in des Volkes Herz wird immer ein Denkmal Dir bleiben; Nicht wird ſchmaͤlern, o Fuͤrſt, ewige Zeit Deinen Ruhm.