1. Dieffenbach, Johann Philipp 1850—1860.
war am 2. 6. 1786 zu Dietzenbach(Kreis Offenbach) als Sohn des dortigen Pfarrers geboren. Von seinem YNater vorbereitet, ging er 1797 auf das Gymnasium zu Darmstadt, das er am 13. 4. 1804 verliess, um in Giessen Theologie zu studieren. 1806 begab er sich nach Krefeld, wo er eine Privatschule ins Leben rief, die er 5 Jahre leitete. Eine Zeitlang hatte er auch noch die Schriftleitung des Krefelder Wochenblattes. 1811 kehrte er nach Giessen zurück, errichtete eine Mädchenschule und be- schäftigte sich von neuem emsig mit dem Studium der Theologie. Vor Ablegung seiner Prüfungen wurde er am 21. 3. 1812 als Erzieher des späteren Grossherzogs Ludwigs III. nach Darmstadt berufen und zum Rat ernannt. Nach 3 Jahren, am 1. 5. 1815, übertrug ihm sein Landesherr eine ausserordentliche Professur für Geschichte an der Landesuniversität. Durch Dekret vom 9. 4. 1818 wurde er auf sein Ersuchen zum Rektor der lateinischen (Augustiner-) Schule zu Friedberg unter Belassung des Titels Professor ernannt, und am 10. 5. 1820 verlieh ihm die philo- sophische Fakultät der Landesuniversität die Würde eines Ehren- doktors. Nach der Vereinigung der lateinischen Schule mit den Volksschulen wurde D. am 30. 5. 1837 Rektor dieser gemein- samen»Musterschule». Als dann wieder eine»Realschule« gegründet wurde, trat D. 1850 an ihre Spitze. Die feierliche Eröffnung fand am 17. 10. statt, D. war Direktor und erster Lehrer, neben ihm wurden noch Müller, Göring und Olff Lehrer der Realschule. Im gleichen Jahre 1850 erhielt er am Geburts- tage des Landesfürsten, am 9. Juni, das Ritterkreuz des Philipps- ordens. Nach 10jährigem Wirken schloss am 25. 10. 1860 ein sanfter Tod sein köstliches, mühevolles und arbeitsreiches Leben ab.(Eine ausführliche Darstellung von Dieffenbachs Leben gibt Dreher in der Beilage zum Jahresbericht unserer Anstalt 1911, wo sich auch auf S. 21— 26 ein Verzeichnis der vorzüg- lichsten Veröffentlichungen Dieffenbachs findet.)
2. Müller, Karl Sigismund 1850— 1856. geboren am 22. 10. 1821 zu Darmstadt, Schüler des dortigen Gymnasiums bis Herbst 1838, wo er als Primus die Anstalt verliess, studierte von 1838— 1841 in Giessen Theologie, be- suchte das Predigerseminar zu Friedberg 1841— 1842, bestand im Herbst 1843 sein Staatsexamen und war vom 16. 7. 1843 an Vikar in Hungen. Am 16. 3. 1849 übernahm er neben Dieffenbach an der Musterschule die zweite Lehrerstelle, das


