65— Serien 25— 28 der Faraday'schen„Experimental Researches in Electricity“, die sich in den Jahrgängen 1851 und 1852 der Philosophical Transactions finden.
Faraday berichtet, dass zuerst Bancalari den Magnetismus der Flamme fand (Philosophical Magazine, 1847, XXXI); Plücker theilt mit, dass bereits im Jahre 1848 Zantedeschi den Sauerstoff als das einzige paramagnetische Gas bezeichnet. Becquerel fand, dass Kohle, welche viel Sauerstoff absorbiert hatte, magnetisch wurde; hieraus wurde wenigstens erkannt, dass Sauerstoff im absorbierten Zustande sich magnetisch verhalt. Plücker wandte eine ganz direkte Methode an, indem er mit Gas gefüllte Glaskugeln an einem Waagebalken einer sehr empfindlichen Waage anbrachte; er konnte so durch das Gewicht die Anziehung, welche diese Kugeln von den nahe zusammenstehenden Polen eines dicht darunter befindlichen, sehr kräftigen Elektromagneten erfuhren, direkt messen. Seine und Faraday's Resultate stimmen vollständig darin überein, dass von allen untersuchten Gasen, worunter sich auch Stickstoff und Kohlensäure befanden, der Sauerstoff das einzige mit einer deutlichen magnetischen und zwar paramagnetischen Wirkung versehene Gas ist. Dieser Magnetismus geht nicht verloren im Gemenge, er ist dann so gross, als es der in dem Gemenge(atmospharische Luft) enthaltene Sauerstoff verlangt. Bei Erniedrigung der Tem- peratur, ebenso wie bei Verdichtung erhöhte sich der Paramagnetismus des Sauerstoffs, bei Temperaturerhöhung oder Verdünnung sank derselbe. Faraday und Plücker fanden beide, dass er in gewissen Grenzen der Dichte proportional war.
Es blieb noch die Frage zu beantworten, wie sich eine Magnetnadel verhalten würde, die in einem paramagnetischen Mittel schwingt. Plücker fand durch Wägung im luftleeren Raume und in atmospharischer Luft, dass seine Kugel soviel an Magnetismus verlor, als der Magnetismus des verdrängten Mediums beträgt, was ein Analogon zu dem Archimedischen Prinzip der Hydrostatik sein würde. Faraday fand das Gleiche durch theoretische Betrach- tungen. Er führte die Kraftlinien ein, diese werden in der ungestörten Atmosphäre parallel verlaufen; denkt man sich in dieselbe eine Kugel von stärkerem Paramagnetismus gebracht, was durch Abkühlung oder Verdichtung erzielt werden kann, so werden die Kraftlinien in derselben conzentrirt, in der Weise, wie es Figur A zeigt.
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Figur A.


