Aufsatz 
Briefe eines Herborner Classicus [d.i. Johann Eberhard Schmidt] aus den Jahren 1605 und 1606 / Hrsg. v. A. Deißmann
Entstehung
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ſüdiert haben. Die meiſeen kunmen mit einer mehr or weniger beſtimmten Jüichtung hierher, und dieſe Nichtungen dee oſt in diametralen Gegenſähen. Ich habe es erlebt, daß der eine Kandidat, ein Schüler von Frauk, meinte, mit einem An⸗ länger von Herrnann könne man wohl ganz frie Bierhank zuſammeniten, aber als Theologe, ja als Chriſt föune man ſich doch uumöglich mit ihm verſändigen. Und gleichzeiig war ein anderer anmeſend, der jeden Anhnger der Franlſchen Fräade entweder für einen Dummtopf oder für einen Heuchler erklärte. Beide zogen ſich gegenſeiig an, denn ſie waren beide mana Lrute, und das Ergebnis war, daß der erſtere nach einem balben Jahre fagte, die Unterſchiede bezögen ſich doch nur auf die äußeren Dinge, in allem weſentlichen ſeien ſie doch einig, und der andere nahm Frankſche Schriſten vor und bekannte, daß ſie ihm außerordentlich imponierten. Im Geſhh it 65 bei ſeiner Meinung Ruibet trobdem ſte ſich 1 vummtatnnen, die un de i de act vmen gingen, 5 überzeugen gefucht haben, e haben vor einander Achtung gewonn n. Man ſage ſich, was geſchehen würde, wenn ſolche Gegenſäße wie die bezeichneten erſt im pruhtiſchen Leben auf. einander plaben, wo ſie ſich micht vorher haben einigermaßen ausgleichen können.

Darum iſt neben der völligen Freiheit des univerſitätsſindiums das obligatoriſche Seminar für alle, nicht bloß für die Elite, ein Gut, das ſich hoffentlich die naſſauiſche Kirche niemals rauben läßt. unſer abligatoriſches Seminar hat ja Mängel genug: die üb aus wechſelnde Frrquenz, den Unterſchied in der Begabung und Vorbildung, die geringe materielle Umterſtützung, die das Seminar ungeſähr ſo teuer macht, wie ein Jahr auf der Undverfiüt. Aber trob allem möchten und können wir nicht auſgeben, was wir haben. Die Umbildung nach dem Muſter anderer Seminare wäre für uns ein Rückſchritt.

Aur eines haben wir übernommen und durſten und mußten

ſs übernehmen, gerade wenn das Seminar ſeinem Hauptzmech entſprechen ſollte, das iſ das Zuſammenleben der Kan⸗