Aufsatz 
Briefe eines Herborner Classicus [d.i. Johann Eberhard Schmidt] aus den Jahren 1605 und 1606 / Hrsg. v. A. Deißmann
Entstehung
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Sie werden in dem Nachmittagsgottesdienſt in der Hauptkirhe gehalten.(Ich habe ſie früher in meiner Abteilung in den Kapellen der Dörſer halien laſſen, wo ſonſt wur, früher und jett wieder, die Kandidaten ohne Begleitung ihres Dozenten ihre Prediaten hielten. Außere Gründe waren die Urſache, davon abzugehen, was ich hedanere, da in den Dörſern, wo die Kandidaten ſtatt des ſonſtigen Leſegottesdienſtes einen Peedigtgottesdienſt abhalten, ſie vurchgängig eine recht freudig hörende Gemeinde ſinden.)

Vei den katechetiſchen Ubungen habe ich ein Mittel leider nicht gewußt, die bloße Ubung zu einer paſtoralen Leiſtung zu machen. Was ſich hier durch Organifation nich erriichen läßt, muß durch das Dringen auf eine wirklich erbauliche Anfaſſung der Kindesſeele zu erreichen geſucht werden. Ich meinerſeits wenigſtens habe, um darauf alles Schwergewicht fallen zu laſſen, von der ſommalen Korretheit der Kalcceſen mit voleem Vewußtin aſt ganz 8

ſekonnte in umfaſſendem Maße unfer pädagogiſcher anen eintreien, eine vortrefflice Hinterlaſſenſchaft aus den Tugen meines Herrn Amtsvorgängers. Die Kandidaten treten in 3 Abteilungen, auf 3 Stuſen unterrichtend, in die Arbeit des Lohrers ein, der bei der Borbereitung, wie bei der Krilt ihres Unterrichts in einer gemeinſamen Konſerenz zugegen iſt und ſo ein Intereſſe daran hat, daß die Leiſtungen des Kandidaten möglichtt gute werden. Hier iſt dem Kandidaten eine wirklich verantwortliche Thältigkei gegeben. Und ſo iſt dieſer pädagogiſche Karſus für unſere Kandidaten durchgänglg eine beſondere Jreude.

iel über das Studinm im Srminar. Man wird wohl verſtehen, daß wer ſo mit in der Arbeit ſteht, urteilem muß, daß nach dieſer Nichtung hin wenigſtene das Vilkariat mit dem Seminar nicht in Vergleich treten kann. Unſer Srminar hat überdies den Vorzug, daß ſiftungsgemäß 2 Proſeſſoren an ihm thätig ſind, von welchen der eine dem Herkonmen nach ſein Amt als alleniges führt. Durch das Enigegenkommen von Kouſiſkorium und Beüirksſynode iſt es überdies bisher möglich geweſen, auch noch die beiden am Orte beſchäftigten Pfarrer zur Mitthätigkeit heranzuziehen. Nicht als ob dies zur Erleicherung der beiden