Aufsatz 
Briefe eines Herborner Classicus [d.i. Johann Eberhard Schmidt] aus den Jahren 1605 und 1606 / Hrsg. v. A. Deißmann
Entstehung
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83 Sie beſchlräntten ſich im ganzen auf Mitkeilungen aus der Geſchichte der Predigt und der asketiſchen Literatur, ſowie auf bſtere praktiſche Darbistungen von Lebenshildern aus der Kirche und Miſſionsgeſchichte für die Gemeinde. Mir verſönlich hat viel daran gelegen, daß die Kandidaten in die Kirchengeſchichte der engeren Heimat eingeführt würden; ich habe auch einigemal in den erſten 14 Tagen des Semeſters, alſo ziemlich in dem Unſang eines einſtündigen Sommerpublikums der Uuiverſität, eine Überſicht über dieſe wirklich höchſt intereſſante und be⸗ de Partie aus der Kürchengeſchichte gegeben. Als dann Herr Lie. Deihmann in die Acbeit eintrat, war es auch ſein Wuuſch, daß er eiwas eingehender mit den Kandidaten dieſen Gegenſtand behanbelte; aber der Dezernent des Kgl. Andtesnom Generalſuperindendent D. Ernſt, widerſprach. Zwar ſelbe mir vor meinem Eintritt in die hieſige Thütigkeit neſtger, Bezug auf den Lehrplan würde ich völlige Freiheit haben, aber auch die volle Verantwortung tragen. Aber die Wirklichkeit geſtaltete ſih anders. Uns wurde die Freiheit nicht gelaſſen, den Lehrplan ſo zu bilden, wie wir ihn für richtig hielten; damit iſt deun freilich auch die Verantwortung dafür nicht mehr unſere Sache.

Die praktiſche Theologie als Gegenſtand theoretiſcher Unterweiſung iſt auch nicht zu ihrem Recht gekommen. Ich habe es keilweiſe verſucht, unter Zugrundelegung des Acelisſchen Kompendiums der praktiſchen Theologie, dieſelbe im Zuſammen. hang behandeln zu laen. Jedoch iſt die Verbindung von Selbſt⸗ thätigkeit der Kandidaten und ſyſtematiſchem Gang des Unterrichts doch nur ſchwer thunlich. Ich habe mich infolgedeſſen begnügen müſſen, anzudeuten, in welcher Weſe ig di pratiſge Theologie ſyſtematiſch behandeln würde. Es iſt wir nicht leicht geworden, auf eine Ausſührung der Gedankenreihe zu verzichen, die in meiner SchriftDie Grundlegung der praktſchen Theologie niedergelegt iſt; aber wichliger war es doch, den Kandidaten die Möglichteit der Selbſthätigkeit zu geben. So ſind praktiſch⸗ theologiſche Fragen aus den verſchiedenen Diszihlinen nur einzeln in Referaten behandelt worden.

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