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Abiturientenprüfung mit vier Primanern des Gymnasiums ab. Sie sämmtlich erhielten das Zeugniss der Reife. Ein Primaner war nach dem ungünstigen Auskall der schriftlichen Arbeiten von der wei- teren Prüfung zurückgetreten.
An den der Prüfung voraufgehenden und den darauf folgenden Tagen besuchte der Herr Com- missarius wie im vorigen Jahr bei derselben Gelegenheit die Klassen und liess sich die Hefte der Schüler vorlegen. Das Lehrercollegium verdankt diesen Besuchen jedesmal Ermuthigung und Anre- gung in seinem Streben.
Das Wintersemester begann am Mon October. Die gesteigerte Frequenz namentlich der
Tertia, für welche keins der vorhand K locale recht hinreichte, hatte eine Scheidung dieser Klasse in Ober- und U- lia höchst wünsclh th gemacht. Die Ausführung des Planes schei- terte zunächst an der Unmöglichkeit, die nöthige Lehrkraft zu gewinnen.
Am 14ten October das Gy lum unter lebendiger Theilnahme des P
eine Vorfeier des Geburtstags Sr. Majestät des Königs. Der Director hielt die Festrede und behan- delte darin die Frage, welches die rechten Wurzeln der Liebe des preussischen Volks zu seinem Herrscherhause und zu des jetzt regierenden Königs Majestät in Sonderheit seien.
Am Nachmittage machten die Lehrer mit den Klassen heitre Spaziergänge nach verschie- denen Orten der Umgegend.
Wenige Tage nach diesem Freudenfeste traf uns eine schmerzliche Heimsuchung. Der Sex- taner Werner v. Zitzwitz aus Stolp, ein frischer, fröhlicher, Lehrern und Mitschülern sehr lieber Knabe, der noch am Sonnabend als einer der Fröhlichsten unter uns gewesen war, starb plötzlich am 18ten October an einer Gehirnentzündung. Am 21sten gab der ganze Cötus der Leiche, die in die Heimath gebracht wurde, das Trauergeleit.
Am 298ten October feierten Lehrer und Schüler gemeinschafilich das heilige Abendmall. Vorbereitung dazu, wie das vorige MMal.
MMit der Weihnachtscensur wurde die Austheilung von Büchern an arme und würdige Schü- ler aus dem Kauffmannschen Fonds verbunden.
Zu Neujahr endlich wurde die gewünschte Trennung in Ober- und Untertertie zunächst we- nigstens in den lat., griech. und franz. Stunden ausgeführt durch die Berufung des Schulamtscandi- daten Herrn Heintze, zu dessen Beschäftigung am Gymnasium, noch che er sein Probejahr ge- macht, die ministerielle Genehmigung erfolgte.(Carl Friedrich Albert Heintze, geboren zu Nau- gard, Sohn des Pastors Heintze in Wachholzhagen bei Treptow a. d. R, erhielt seine Gymnasial- bildung auf dem Gymnasium zu Stettin, studirte dann von Ostern 1849 bis Michaelis 1853 auf den Universitäten zu Halle, Erlangen, Berlin, anfangs Theologie und Philologie, später ausschliesslich Philologie. Auf der letzten Universität genügte er zugleich seiner Militairpflicht. Das Examen pro facultate docendi bestand er in Greifswald im Herbst 1854). Derselbe hat sich seinen Schülern be- reits durch Gründlichkeit seiner philologisch Ausbildung, durch die Liebe, mit welcher er dem Einzelnen nachgeht, und das Streben anch die ScNaacherch zu fördern sehr nützlich gemacht, und ist uns ein lieber und geacl- A
Endlich sieht auch ein lange gehegter Wunschs seiner nahen Erfüllung entgegen. Der wohl- löbliche Magistrat als Mity des G) 1 hat 1b Beweis seiner Fürsorge und seines Wohlwollens darin gegeben, dass er die Anlegung eines neuen
K und einer Schulwärterwohnun- selbst h hat. Der Bau wird, sobald die günstige Jah i werden.
Am 23ten März fand die mündliche Abiturientonprüfung mit 6 Primanarn des Gymnasiums Statt, von denen 4 reif befunden wurden.
Dass der Gesundheitszustand der Lehrer(nur Herr Tägert war nach den Sommerferien meh- rere Wochen krank) und der Schüler im Ganzen befriedigend war, dass wir vor grösseren Störun- gen von aussen und innen in dem Betreiben unseres Werkes bewahrt Piche, das danken wir der Gnade des Herrn! Er wolle ferner mit uns sein!
einen neuen sehr dankenswerthen
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