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Als der Verfaſſer dieſes im Fruühjahre 1818 das Rectorat erhielt, berichtete er ſogleich an ſeine vorgeſetzte Behoͤrde über den dermaligen Zuſtand der Anſtalt, ſo weit er ihm bekannt ſeyn konnte. Die oberſte Staats⸗ Behörde genehmigte ſeinen Vorſchlag, beide Schulen in Eine zu vereinigen, und trug ihm die Entwerfung eines neuen Schulplanes auf, welchen er auch am 4. Jan. 1819 einreichte, und bei Wiederbeſetzung des Conrecto⸗ rats, das bisher von den beiden Stadtgeiſtlichen vieari- ando verſehen worden war, hatte er die Freude, die Genehmigung desſelben zu erhalten.— Nun ſielen meh⸗ rere Deſiderien weg: die Schule, als eine Gelehrten⸗Au⸗ ſtalt, bildete ein aus zwei Klaſſen beſtehendes Ganze; die unterſte empfaͤngt den Knaben nach geendigtem Ele⸗ mentar⸗Unterrichte, um ihm eine den Zeitbeduͤrfniſſen angemeſſene Bildung zu geben, welche das Hoͤchſte, Re⸗ ligion, ſodann Mathematik, Geographie und Geſchichte, und unter den Sprachen„Kenntniß der deutſchen, fran⸗ zoͤſiſchen und lateiniſchen verlangt; die erſte Klaſſe aber hat ausſchließlich den künftigen Studirenden im Auge und indem ſie auf das fruͤher Gegebene weiter baut, macht ſie die beiden gelehrten Sprachen, die lateiniſche und griechiſche, zur Hauptſache. Freilich waͤren zur Er⸗ reichung des Zweckes drei Lehrer noͤthig geweſen, um 3 Klaſſen bilden zu koͤnnen. Aber an Vermehrung des Lehrerperſonals konnte um ſo weniger gedacht werden, als kaum ein augenblickliches Mittel ausfindig gemacht wurde, die Beſolbung der beſtehenden etwas zu ver⸗ mehren. Dieſes Mittel beſtand darin, daß ſie die Er⸗ laubniß erhielten, ſich den Unterricht in Calligraphie, Mathematik und im Franzoͤſiſchen, als neu hinzuge⸗


