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sind). Brutus kommt nach langen Irrfahrten mit seinem in Spanien gefundenen Landsmanne und Gefälirten, dem riesigen Corineus, nach Cornwall; während die Trojaner das Ende ihres langen Umherirfens durch ein Fest feiern, kommen zwanzig eingeborene, Höhlen bewohnende Riesen herbei, stören das Fest durch ihren Angriff, werden aber getötet, bis auf ihren König Goëmagot (bei Layamon Geomagog uid Gemagog; bei Wace, wie bei Gottfried, Geomagot; bei Spenser Goëmot; bei anderen Goggomagog und Gogmagog); diesen läfst Brutus mit Corineus ringen, der ihn besiegt und von dem Felsen, auf dem sie gerungen, ins Meer stürzt. Die Stelle wurde davon Lamgoëmagot, genannt(Gottfried v. M. I. 16:„Locus autem ille a praecipitatione gygantis nomen adeptus Lamgoëmagot i. e. Saltus Goöëmagot, usque in praesentem diem vocatur“); bei Layamon Geomagoges lupe(Gemagog his lupe), bei Wace le saut Goëmagot. Der Berg selbst wird bei Cambden, Carew u. a. übereinstimmend als bei Plymouth gelegen bezeichnet und the Haube genannt, bei Drayton im Polyolbion the Hoe; ähnlich auch bei Spenser The westerne Hogh (The Faerie Queene II. 10, 10:„That well can witnesse yet vnto this day The westerne Hogh, besprinkled with the gore Of mighty Goémot, whom in stout fray Corineus conquered and cruelly did slay“); als Quelle giebt Spenser(II. 9, 59) ausdrücklich an:„An auncient booke, hight. Briton moninients, That of this Lands first conqueſt did deuiſe, And old diuiſion into Regiments, Till it reduéed was to one manis gouernments.“
Gorineus erscheint schon an mehreren Stellen im Virgil als Name eines Trojaners, eines Genossen des Aeneas; bei den zahlreichen Versuchen verschiedener Völkerstämme, sich auf trojanische Kolonien zurückzuführen, und der grofsen Verbreitung dieser Sagen ist es nicht wunderbar, dafs man diesen Namen hier vorfindet, der zugleich einen bequemen Eponymos für Cornwall abgab. In späterer Zeit gilt er unbezweifelt als solcher, ebensô' wie Brute für Britannien.
Gogmagog hat Roberts versucht aus dem Keltischen zu erklären(s. bei San-Marte zu G. v. M. I. 16), als Gauwr Madog= Riese Madog; auch das Vorkommen der etwas verwandt anlklingenden Riesennamen Beliagog(in Sir Tristrem) und Moldagog(in der nord. Version der Tristansage) ist zu beachten; dies ist der Riese, der Tristans Bilderhöhle ursprünglich besitzt, dann fütét, Höhlenbewohner wie die Riesen, die Brutus als Bewohner Britanniens vorfindet. Doch läſst sich wohl bis jetzt nichts Sicheres hierüber feststellen. Ein übernatürlicher Ursprung wird diesen Riesen übereinstimmend zugeschrieben; darauf deutet auch schon ihr Name etenes in Sir Tristrem, jötunn in der nord. Sage; es ist derselbe Ausdruck, der im Beowulf für Grendel und seine Sippschaft gepraucht wird(eoton). Es ist also nicht unwahrscheinlich, dafs hier, wie im Beowulf, mythologische Beziehungen vorliegen(s. Grimm und Simrock; auch Bouterweck,(ædmon p. CXl. sq.). Im Beowulf wechselt der Ausdruck mit gigant, im Cœdmon werden sie mit gigantmocg bezeichnet, Nachkommen Kains und böser Geister, wie Grendel(s. den Hinweis auf Eusebius, Praep. Evang. II. 7 bei Bouterweck p. CXII); auch Gogmagogs Riesen sind Abkömmlinge der Töchter Diocletians und böser Geister. Es ist also durchaus nicht ausgeschlossen, auch hier eine solche Vermischung biblischer, apokryphischer, überhaupt morgenländischer mit ursprünglich neidnischen Vorstellungen anzunehmen.
Beachtenswert ist in dieser Beziehung eine Stelle bei Gottfried von Stralsburg, Tristan 16695; Isolt, Tristan und Kurvenal wenden sich der Wildnis zu und gelangen zu einer Minnegrotie, die Tristan zufällig schon früher entdeckt; dann heiſst es v. 16683 sq.:„Sus kérten si driu under in Allez gegen der wilde hin Uber walt und über heide Vil näch zwé tageweide. Da wiste Tristan


