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Das häufige Vorkommen der Bezeichnung von London als Neu Troy(Troia-nova, Troya nova, Troy-novant, Trinovantum, this great Troy u. a.), zusammen mit dem Erscheinen der Namen Gogmagog und Corineus und ihrer Zusammenfassung, besonders in dem pageant von 1605, dürften die Beziehung zu der britischen Sagengeschichte und Gottfried von Monmouth unzweifel- haft machen.
Allmählich verschwindet wohl die Kenntnis dieses Zusammenhanges im Volksbewuſstsein. Wanm dies geschehen sei, wird sich kaum feststellen lassen; Ned Ward, 1699, nennt sie, wie wir oben gesehen haben, bereits Gog und Magog; die Entstehung dieser neuen Namen aus der Zerspaltung des einen Namens hat an sich nichts Unwahrscheinliches. Auch Fairholt, I. p. 138, billigt diese Erklärung. In Plymouth scheint eine ähnliche Erscheinung vorzuliegen(s. u. pag. 19).
Daſs die Namensähnlichkeit des einen, GCogmagog, mit den biblischen Gog und Magog und ihren Nachfolgern in so vielen mittelalterlichen Sagen und Erzählungen von Einfluls gewesen sei, halten wir für wahrscheinlich; ein direkter Zusammenhang mit denselben scheint uns fast ebensowenig nachweisbar, wie der Versuch gelungen, den berühmten Dulkarnain des Koran mit Corineus zusammenzubringen. Indirekte Beziehungen zu anderen Sagenkreisen, besonders in Namen von örtlichkeiten, Anführungen u. dgl. sind dagegen nicht abzuweisen.
Über den beschränkten historischen Wert der Pritischen Vorgeschichte und insbesondere Gottfrieds von Monmouth ist schon früh gehandelt worden; so auch von Lappenberg, Geschichte von England(fortgesetzt von Pauli), besonders I. p. XII, von Le Roux, San-Marte und den engl. Litterarhistorikern(bes. Warton und Morley); doch unterliegt es keinem Zweifel, dals noch in später Zeit alle diese Sagen für historisch gehalten wurden, zumal sie einen so breiten Raum in der poetischen Litteratur einnahmen; um so weniger kann es verwundern, daſs die Bürger der Stadt London so lange stolz auf das hohe Altertum ihrer Stadt blieben, dafs sie diese Erzählung ihrem„Liber Albus“ und dem„Recordatorium Civitatis Speculum“ einverleibten und in einer an Heinrich VI. im Anfange seiner Regierung gerichteten Denkschrift sich auf dieselbe beriefen, als Beweis des hohen Altertums, der Würde ihrer Stadt und ihres Vorranges sogar vor Rom selbst (Brayley's Londiniana, vol. I. p. 2, bei Fairholt II. p. 179). Von der ersten gedruckten Chronik von England(W. Caxton, 1480) bis auf Milton, der auch einige seiner schönsten poetischen Zeilen noch Gottfried verdankt und in seiner Geschichte zuerst die älteren Nachrichten zu sichten beginnt, pleibt dieser Standpunkt mehr oder weniger erhalten.
Wie man jedoch schon gegen Ende der Regierung Elisabeths über die Sagen von Gog- magog und Corineus dachte, zeigen einige auch in anderer Beziehung fär unsere Sage bemerkenswerte Stellen in Richard Carew's Survey of Cornwall, zuerst in London 1602 mit einer Widmung an seinen Freund Sir Waltér Raleigh erschienen(zuletzt London 1811), einer sorgfältigen Arbeit des Verfassers über seine Heimatsprovinz. Das umfassendere Werk von Cambden(Britannia, zuerst London 1586) wird gewöhnlich angeführt, Carew ver- nachlässigt; so von Le Roux und San-Marte(man vergl. dagegen das Lrteil von Lowndes p. 371). Gleich im Eingange, bei Erklärung des Namens Cornwall, heiſst es¹): Cornwal, the farthest shire of England westwards, hath her name by divers authors diversely derived. Some
¹) London 1814, p. 1.


